Ab Montag geht’s los

Lockerungen: Diese Hildesheimer Restaurants und Cafés öffnen ihre Terrassen

Hildesheim - Ab Montag dürfen sie wieder geöffnet sein, die Außenterrassen von Cafés, Restaurants und Kneipen. Nicht alle Wirte nehmen das sofort in Anspruch, aber viele. Manch einer verbindet mit der Öffnung aber auch Sorgen.

Noch sind die Stühle vor dem Café Venezia im Bäckeramtshaus gestapelt – aber nicht mehr lange, dann stehen sie wieder über den Hildesheimer Marktplatz verteilt. Foto: Werner Kaiser

Hildesheim - Ab Montag dürfen sie wieder geöffnet sein, die Außenterrassen von Cafés, Restaurants und Kneipen. Unter vielen Auflagen wie etwa der Nachweispflicht eines aktuellen negativen Tests für die Gäste beziehungsweise einer Impfung und dem Abstandhalten, auch im Freien. Zudem braucht alles, was draußen stattfindet, einigermaßen gutes Wetter, und auch da sind die Prognosen für Hildesheim nicht gerade stabil: Der Montag soll mit 24 Grad und Sonne zwar für einen fast sommerlichen Wochenstart sorgen, dann aber sieht der Deutsche Wetterdienst für die folgenden 14 Tage derzeit kaum Temperaturen über 16, 17 Grad.

Doch wie dem auch sei – viele Hildesheimer Gastronomen nehmen die Möglichkeit wahr und öffnen wieder. So zum Beispiel das Eiscafé Venezia am Marktplatz . Von den bis zu 60 Tischen, die hier vor der Pandemie draußen standen, wird in diesem Jahr wohl nur ein Teil zum Einsatz kommen, schätzt Inhaber Salvatore Gigante. Aber aufmachen will er dennoch, auch wenn er sich das vor einigen Wochen noch nicht vorstellen konnte: „Wir werden wohl warten müssen, bis alle geimpft sind, auch mit der Öffnung der Terrassen“, sagte er, denn er fand die Rahmenbedingungen zu unwirtlich: „Ich werde nicht meine Gäste mit der Frage begrüßen, ob sie einen Termin, einen negativen Test und eine Telefonnummer haben, und mir das dann alles auch noch vorlegen lassen.“

„Wir machen es für die Hildesheimer, klar“

Nun aber versucht er es. Auf dem Marktplatz wird dann auch Kollege Martin Luiten vor dem Hotel Van der Valk seine Tische und Stühle aufbauen. „Das wird viel Arbeit“, sagt Luiten. Denn obwohl das Hotel durch den laufenden Betrieb immer auch Personal und Warenbestand hatte und jetzt demzufolge nicht „bei Null“ anfangen muss wie manche Cafés, wird die Außengastronomie hier dennoch mit großem Aufwand und einem Extra-Team bewirtschaftet. „Aber wir freuen uns sehr, dass es wieder losgehen kann“, sagt Luiten.

Auf der Lilie hat Hamun Hirbod sein Restaurant Amadeus , das sich den Platz ab Montag quasi mit dem Testzentrum von Hil-Care teilt: Oben gibt es Bier und Speisen, unten, Richtung Rathaus, die nötigen Corona-Tests. „Wir machen es für die Hildesheimer, klar“, sagt Hirbod, der gut versteht, dass die Menschen nach der langen Zeit zuhause nichts lieber wollen als wieder nach draußen zu kommen. Dennoch blickt er etwas zerknirscht auf den von vielen Einzelhändlern geäußerten Einwand, dass sie die Vorlage eines Negativ-Tests als unverhältnismäßigen Aufwand, wenn nicht sogar Hürde für die Kunden sehen. „Ich bin deswegen aufgebracht, weil diese Teststrategie nur dann einen großen gesellschaftlichen Nutzen hat, wenn sie von so vielen Schultern wie möglich getragen wird“, sagt Hirbod. „Dieser Blickwinkel fehlt mir aus der Händler-Perspektive.“

Erstmal abwarten, wie es so anläuft

Auf der Ebene habe er sich mehr Solidarität erhofft, zumal das Einkaufen und das Essen oder Trinken in einem Café für viele Menschen ein zusammenhängendes Erlebnis sei. Der Meinung sind auch die Hil-Care-Betreiber selbst, die hoffen, dass das Testen für viele Menschen einfach zu einem Bestandteil ihrer Innenstadtbesuche wird, den man einfach in wenigen Minuten absolviert, ohne jedes Mal erst darüber nachzudenken. „Das ist ja genau das, worauf wir auch von Anfang an ausgelegt sein wollten“, sagt Mitbegründer Sebastian Adamski. „Wir wollten helfen, den Alltag wieder ein Stück weit normal zu machen.“

Auch das Café del Sol , auf dessen Parkplatz es ein Testzentrum gibt, will direkt am Montag seine Terrassen öffnen. Ebenso wie Chicago Bagels am Ostertor und auch das Deseo am Hindenburgplatz, das Achim Christ betreibt. Seine Frau Iris Christ, die im Noah am Hohnsen Regie führt, will mit der Eröffnung lieber noch zwei Tage warten, wie sie sagt. „Ich will einfach erstmal abwarten, wie es allgemein anläuft“, sagt Christ. „Wir haben ja hier kein Testzentrum direkt vor der Tür, wie es die Läden in der Innenstadt haben, und sind hier am See ja auch besonders auf gutes Wetter angewiesen.“ Generell aber, ja, generell freue sie sich sehr auf die Wiedereröffnung.

Das Schwanken zwischen Euphorie und Unsicherheit

Renate Mitulla, Geschäftsführerin des Hotel- und Gaststättenverbands für Niedersachsen, braucht keine Sekunde zu überlegen, wie sie zur Öffnung der Terrassen steht. „Das ist sehr gut“, sagt sie, „auch wenn wir noch zwischen Euphorie und Unsicherheit schwanken.“ Wichtig sei, dass dieser erste Schritt gelingt „und beweisen kann, dass wir in der Gastronomie eben keine Verbreiter des Virus sind. Daran müssen wir jetzt alles setzen. Gelingt’s, können die Gastronomen um einiges entspannter in die Zukunft schauen, da ist sich Mitulla sicher.

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