Hildesheim - Im kommenden Herbst soll es losgehen. Dann soll nahezu alles auf Vordermann gebracht werden, was an Leitungen und Versorgungsschächten unterhalb der Bergstraße verläuft. Die Energieversorgung Hildesheim (EVI) verlegt neue Strom-, Trinkwasser-, Fernmelde- und Erdgasleitungen, die Hildesheimer Stadtentwässerung (SEHi) schließt sich mit Regen- und Abwasserkanälen an. Auch ein Großteil der Hausanschlüsse soll in diesem Zuge erneuert werden.
Das Ganze soll nach aktuellem Stand der Planungen rund zwei Jahre dauern. Die Arbeiten beginnen am unteren Ende der Straße und werden dann sukzessive in Richtung Gelbe Schule fortgeführt, wie Vertreter der beiden Unternehmen am Mittwochabend im Ortsrat Moritzberg informierten – nicht nur das Gremium, sondern auch eine Vielzahl von Anwohnerinnen und Interessierten, die zu der öffentlichen Sitzung gekommen waren. Natürlich gingen so umfangreiche Arbeiten immer mit Beeinträchtigungen einher, räumte EVI-Prokuristin Iris Tinnermann in der Sitzung ein, „aber wir haben die notwendigen Arbeiten so zusammengelegt, dass danach wirklich erst mal Ruhe sein sollte“.
Auch die Gehwege werden hier zum Baugebiet
Notwendig seien diese Arbeiten in einer der ältesten – und schmalsten – Straßen Hildesheims schlicht durch eine Überalterung der vorhandenen Infrastruktur geworden. Eine entsprechende Begehung mit den beiden Unternehmen sowie der Stadt Hildesheim habe Mitte Januar stattgefunden, wie EVI-Sprecherin Katrin Groß mitteilt. Demnach sollen die Arbeiten der EVI auf Höhe der Bergstraße 40 enden, während die SEHi den Kanalbau bis zur Höhe Brauhausstraße fortsetzt.
Weil die Bergstraße aber eben so beengt ist, erklärte Tinnermann weiter, würden sich die Arbeiten aller Voraussicht nach nicht nur über die Fahrbahn, sondern auch über die Gehwege erstrecken müssen. Doch die Zugänge zu ihren Häusern werde man den Anwohnern jederzeit ermöglichen, versicherte Tinnermann, Gleiches gelte für die Zufahrtswege von Müllabfuhr und Rettungsfahrzeugen wie Feuerwehr oder Krankenwagen.
Zur Schule geht’s über die Bennoburg
Für Schülerinnen und Schüler, Kita-Kinder und deren Eltern zeichnen sich Umwege ab: Sie werden im Verlauf der Bauarbeiten die Gelbe Schule, die Grundschule Mauritius oder auch die Kita St. Mauritius, die sie bislang über die Bergstraße erreichten, über die Mittelallee und die Bennoburg ansteuern müssen. Doch wie sich diese Dinge vor allem zeitlich genau gestalten werden, das müsse man noch sehen, hieß es am Mittwochabend – die Bauabschnitte und deren Verlauf könnten erst dann mit Sicherheit festgelegt werden, wenn die Ausschreibung der Bauarbeiten gelaufen sei. Starten soll diese im Frühjahr.
Auch für die in der Bergstraße ansässige Tischlerei Hessing werde man Lösungen finden, die die durchgehende Weiterführung des Betriebs erlauben, versicherten die Unternehmensvertreter. Und noch eine Sorge konnte Tinnermann den Moritzbergern nehmen: „Das Bergfest wird in diesem Jahr noch stattfinden können, das versprechen wir Ihnen“, sagte sie auf Nachfrage einer der Organisatorinnen des traditionellen Stadtteilfestes.
Wenn alles fertig ist, kommt die Stadt Hildesheim
Wenn die Arbeiten von EVI und SEHi abgeschlossen sind, kommt noch einmal die Stadt ins Spiel. Sie plant in der Bergstraße, wo bereits ein Tempolimit von 10 km/h herrscht, bauliche Maßnahmen zur Einhaltung der Höchstgeschwindigkeit. Wie die genau aussehen sollen, ist aber noch nicht abschließend entschieden.
