Kreispolitik

Hildesheimer Berufsschulen: Ruf nach Plan B wird laut

Hildesheim - Kürzlich gab es hinter verschlossenen Türen ein Gespräch über die künftigen Standorte der Hildesheimer Berufsschulen. Die waren nun wieder Thema in einer öffentlichen Sitzung. Und in der wurde deutlich: Die Hoffnungen auf eine Umsetzung der bisher favorisierten Lösung schwinden.

Das Berufsschulzentrum an der Steuerwalder Straße in Hildesheim. Foto: Chris Gossmann (Archiv)

Hildesheim - Offenbar schwinden bei den Verantwortlichen des Landkreises Hildesheim zunehmend die Hoffnungen, dass er als Träger mehrerer Berufsschulen weiter ein angepeiltes Grundstück an der Von-Thünen-Straße im Stadtfeld bei der Neugestaltung der künftigen Schullandschaft einplanen kann. Wie berichtet gab es dazu kürzlich eine Info-Veranstaltung hinter verschlossenen Türen, nach der sich alle Beteiligten bedeckt hielten. Als das Thema nun erstmals nach diesem Termin wieder in einer öffentlichen Sitzung auf der Tagesordnung stand, nämlich im Finanzausschuss des Kreistages, wurde allerdings deutlich, wie skeptisch manche Kreistagsmitglieder inzwischen gegenüber den Stadtfeld-Plänen sind.

Bettels: „Das Thema ist erledigt“

„Das Thema ist erledigt“, meinte Dirk Bettels (CDU). Henrik Jacobs (FDP) stimmte zu: „Dass die Stadt Hildesheim uns das Grundstück verkauft, ist mehr als fraglich.“ Und Michael Bosse-Arbogast (CDU, aber fraktionslos) meinte: „Wir brauchen jetzt dringend einen Plan B, damit wir mehrgleisig fahren können.“ Jacobs sieht dabei vor allem auch die Mehrheitsgruppe in der Pflicht, an die er einen Appell richtete: „Werden Sie endlich konkret. Wir müssen jetzt Fakten schaffen.“

Holger Schröter-Mallohn (Grüne) findet die Pläne für einen Standort an der Von-Thünen-Straße nach wie vor „optimal“, sieht aber auch die unterschiedlichen Interessen von Stadt und Landkreis für das Gelände, in dessen Nähe das neue Gefahrenabwehrzentrum entsteht. In vier Wochen soll es ein weiteres Gespräch hinter den Kulissen geben. Das sieht Schröter-Mallohn als entscheidende Abzweigung auf dem weiteren Planungsweg: „Spätestens dann muss feststehen, ob wir mit der Stadt planen oder ohne.“

Rechnung geht nur mit der Stadt auf

Wie berichtet muss das Berufsschulzentrum an der Steuerwalder Straße dringend saniert werden, außerdem fehlen Räume für die Herman-Nohl-, Walter-Gropius- und Werner-von-Siemens-Schule. Die Verwaltung favorisiert den Plan, die technisch ausgerichteten Berufsschulen Walter Gropius und Werner von Siemens am Standort in der Steuerwalder Straße zusammenzufassen, während die Herman-Nohl-Schule künftig ein Bestandsgebäude plus Neubau an der Von-Thünen-Straße nutzt. Doch die Rechnung würde eben nur mit der Stadt aufgehen.

Josef Stuke (Unabhängige) bekräftigte die Forderung seiner Fraktion und der FDP, auf jeden Fall in der Kreistagssitzung am 20. Juni über die künftigen Standorte der Schulen zu entscheiden. „Wir sind seit mehreren Monaten nicht mehr weitergekommen“, kritisierte Stuke. Unabhängige und FDP verbinden mit ihrem Antrag auch eine Reihe von Fragen zum aktuellen Planungsstand – zum Beispiel zu den erwarteten Kosten der ohnehin nötigen Sanierungen und Reparaturen im Berufsschulzentrum an der Steuerwalder Straße und zu möglichen Übergangslösungen für die Zeit, in der ein möglicher Neubau entsteht. Da es bei der Neustrukturierung der Berufsschulen um eines der größten Kreis-Projekte der kommenden Jahre geht, wird sich wohl neben dem Kreisentwicklungsausschuss auch der Finanzausschuss weiter kontinuierlich mit dem Thema befassen.

  • Hildesheim
  • Hildesheim
Anmerkung zum Artikel

Sie haben einen Fehler im Artikel gefunden? Oder haben Sie weitere Informationen zu dem Thema für uns? Dann teilen Sie uns diese gerne mit.