Landtagswahl: Wahlkreis Hildesheim

Hildesheimer CDU-Kandidat Matthias König sieht trotz klarer Niederlage auch Positives

Hildesheim - Der unterlegene CDU-Direktkandidat in Hildesheim, Matthias König, wird von Mitstreitern für seinen Wahlkampf gelobt – und der Ratsfraktions-Chef Dennis Münter kritisiert die Landes-CDU.

Matthias König am Wahlabend: enttäuscht, aber durchaus trotzdem stolz auf seine Leistung. Foto: Werner Kaiser

Hildesheim - Es ist 19.41 Uhr, als Matthias König zum x-ten Mal auf die F5-Taste des Laptops drückt, um die Internetseite zu aktualisieren, die die Ergebnisse aus den Hildesheimer Wahllokalen anzeigt. König, der sich zu Beginn seiner Wahlparty im Knochenhauer-Amtshaus um kurz vor 18 Uhr noch äußerst zuversichtlich zeigte, weiß jetzt gut zwei Stunden später auch, dass auch das 77. von 98 Ergebnissen aus seinem Wahlkreis keinen Erdrutsch bringen wird. Trotzdem noch mal F5. Aber es bleibt dabei: Königs Konkurrentin von der SPD, Antonia Hillberg, liegt weiter rund sechs Prozent vor ihm, führt mit 33,22 zu 27,33 Prozent.

Den ganzen Abend deutlich im Rückstand

Wenige Minuten später räumt er im Gespräch mit der HAZ schließlich seine Niederlage ein, da stehen noch 13 Ergebnisse aus. „Das werde ich nicht mehr aufholen.“

„Solides Handwerk“ steht auf einem großen Banner mit Königs Konterfei, das im Fachwerk des Saales aufgehängt ist. Der gelernte Tischler hat auf Bodenständigkeit gesetzt in seinem Wahlkampf – und der sei beileibe nicht nur solide, sondern „herausragend gut“ gewesen, lobt der CDU-Ratsherr und frühere Stadtverbandsvorsitzende der Christdemokraten, Frank Wodsack. „Er war bürgernah.“ Auch Cornelius Henning, aktueller CDU-Chef in Hildesheim, lobt Königs Engagement und dankt ihm für seinen Einsatz.

Ist die Landes-CDU Schuld?

Und Matthias König selbst – am Ende des Abends kommt er sogar noch auf 29,01 Prozent, Hillberg gewinnt mit 32,73 Prozent – kann trotz der Niederlage, die er sehr gefasst wegsteckt, aus dem Ergebnis auch etwas Positives für sich herauslesen. „Ich bin sehr zufrieden damit, dass ich deutlich über dem Zweitstimmen-Ergebnis der CDU im Stadtgebiet liege. Das zeigt doch, dass ich als Kandidat durchaus punkten konnte.“

Auch Dennis Münter, 2021 unterlegener Oberbürgermeisterkandidat und jetziger Ratsfraktionsvorsitzender, sieht die Verantwortung für die Schlappe nicht in erster Linie bei König, sondern bei der Landes-CDU: „Die Partei hat zu wenig auf Landesthemen gesetzt und einen Bundeswahlkampf gegen die Ampel gemacht. Das hat nicht funktioniert.“


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