Hildesheim - Ein bisschen brauche er noch, um sich zu erholen, sagt Maik Kipry am Montagmorgen. Doch der Aufwand des 51-Jährigen für die Organisation der Lichterfahrt – die dritte dieser Art in Hildesheim – am vergangenen Sonntag hat sich gelohnt: „Das war wieder ein voller Erfolg“, sagt Kipry. Er will deshalb aller Voraussicht nach auch im nächsten Dezember wieder eine Tour mit weihnachtlich illuminierten Einsatzwagen durch das Stadtgebiet auf die Beine stellen.
Zu lange Wartezeit – deshalb gingen Tausende nach Hause
20 000 Menschen hatten die rund 120 Fahrzeuge am dritten Advent auf deren knapp 24 Kilometer langer Strecke bestaunt. Und das Publikum wäre sogar noch größer gewesen, wenn nicht mehrere tausend potenzielle Zuschauer wieder abgewandert wären, bevor die Kolonne am Sonntag endlich an ihrem jeweiligen Standort vorbeikam – es wurde einfach zu kalt. Allein in der Zingel machten sich rund 100 Menschen, darunter etliche Familien mit jungen Kindern, vorzeitig auf den Heimweg, manche hatten zuvor stundenlang vergeblich gewartet.
„Ich verstehe das gut“, sagt Kipry. Doch es habe unterwegs einige Verkehrsprobleme gegeben – allein am Bahnübergang in der Frankenstraße habe der Zug mindestens eine halbe Stunde verloren. Zudem hätten die Fahrzeuge an manchen Stellen langsamer als gedacht vorangekommen, weil zu viel „normaler“ Verkehr auf der Straße unterwegs gewesen sei. So kam es, dass die Tour statt der von Kipry prognostizierten drei Stunden deutlich länger dauerte.
Das nächste Mal soll zu sehen sein, wo der Zug gerade steckt
„Aber wir lernen dazu“, betont der Algermissener. Er denkt deshalb bereits jetzt mit seinen Helfern darüber nach, wie er die Lichterfahrt im nächsten Jahr verbessern könnte. So werde die Strecke wohl kürzer sein, „dadurch brauchen wir auch weniger Ordner“. Diesmal hatte die Stadt 160 Personen für diese Aufgabe verlangt, erst auf der Zielgerade hatte Kipry genug Helfer zusammen bekommen.
Außerdem will er im kommenden Jahr dafür sorgen, dass die Zuschauer immer erfahren können, wo sich der Zug gerade befindet – damit sie wissen, wann dieser denn nun bei ihnen vorbeikommt. Gerade eine solche Übersicht hatten etliche der Menschen vermisst, die auf dem letzten Abschnitt der Strecke in der Innenstadt warteten.
Doch auch für dieses Jahr hat Kipry noch zwei Touren im Kalender: Am Sonnabend, 17. Dezember, können Kinder – begleitet von Einsatzfahrzeugen – auf Dreirädern, Bobby-Cars und Fahrrädern ab 16.30 Uhr durch Algermissen rollen. Heiligabend liefert Kipry mit Helfern Geschenke für 100 Kinder aus, die Weihnachten in den Hildesheimer Krankenhäusern verbringen müssen. Das Geld dafür ist bei einer Spendenaktion im Zuge der Lichterfahrt zusammenkommen; was davon nicht in die Geschenke geflossen ist, erhält der Verein Regenbogen, der sich um krebskranke Kinder kümmert.
