Mehrere Neubauten

Bio-Supermarkt und neue Drogeriekette: Im Hildesheimer Ostend geht es weiter

Hildesheim - Der Beamten-Wohnungs-Verein (BWV) investiert kräftig in der Oststadt – und setzt dabei nicht nur auf Wohnungen, sondern sorgt auch für zwei Hildesheim-Premieren im Handel.

Hildesheim - Der Um- und Anbau des früheren Kasernengebäudes an der Senator-Braun-Allee zu einem Patienten-Hotel und Schulungsräumen für das Helios Klinikum ist weit vorangeschritten – nun hat der Beamten-Wohnungs-Verein (BWV) sein zweites Baufeld im Hildesheimer Ostend in Angriff genommen. Und für dieses Areal kündigt BWV-Chef Wolfgang Dressler nicht nur Wohnimmobilien an, sondern zudem gleich zwei Premieren für den Hildesheimer Handel.

„Wir haben uns gezielt darum bemüht, neue Angebote zu schaffen“ Wolfgang Dressler, BWV-Chef -

Denn im Erdgeschoss des Gebäudes ist eine Gewerbefläche vorgesehen – und als Mieter stehen nun Unternehmen fest, die bisher gar nicht in Hildesheim vertreten sind. „Wir haben uns gezielt darum bemüht, neue Angebote zu schaffen,“ sagt Dressler, und ergänzt erfreut: „Das hat geklappt.“

700 Quadratmeter für Bio-Waren

Zum einen wird ein Alnatura-Biosupermarkt einziehen und seine Waren auf rund 700 Quadratmetern anbieten, für die benachbarte, fast 900 Quadratmeter große Fläche hat der BWV die Drogeriekette Budnikowsky (Budni) als Mieter gewonnen, die inzwischen mit Edeka kooperiert. Alnatura, gegründet 1984, eröffnete 1987 den ersten Biomarkt, inzwischen gibt es deutschlandweit 130 Filialen.

Bis heute gibt es unter dem Markennamen aber Produkte auch in anderen Geschäften wie etwa dm und Edeka zu kaufen. Der nächstgelegene Alnatura-Markt ist in Hannover, in Hildesheim wird das Geschäft nach Denn’s an der Alfelder Straße der zweite Supermarkt für Bioprodukte in dieser Größenordnung. Daneben gibt es noch die kleineren Einzelhändler Die Knolle in der Neustadt und Terra Verde auf der Marienburger Höhe.

Lieferanten aus der Region

Im Ostend will Alnatura nach Angaben der Unternehmenssprecherin Miriam Szygula ab der voraussichtlichen Eröffnung 2022 10 bis 15 Mitarbeiter beschäftigen und sehr großen Wert auf die Kooperation mit Produzenten aus der Region legen. „Die Unterstützung der heimischen Landwirtschaft und des Handwerks hat einen hohen Stellenwert für uns. Kurze Transportwege garantieren die Frische der Ware und leisten zudem einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz“, bekräftigt die Sprecherin gegenüber der HAZ.

Das bringt Abwechslung in die Drogerie-Landschaft

Wolfgang Dressler, BWV-Chef

Dass die vor allem in Hamburg stark aktive Kette Budni nicht nur die erste Filiale in Hildesheim, sondern den ersten Standort Niedersachsens im Ostend eröffnen will, freut BWV-Chef Wolfgang Dressler. „Das bringt Abwechslung in die Drogerielandschaft.“ Ausschlaggebend sei auch die räumliche Nähe zum Edeka-Markt in der Frankenstraße und dessen bisheriger Erfolg gewesen.

Noch gesucht: Gastronom als Mieter

Seit dem Beschluss zur strategischen Allianz zwischen Budni und Edeka vor drei Jahren ist das Unternehmen auf Expansionskurs außerhalb Hamburgs und siedelt sich vornehmlich im Umfeld von Edeka-Märkten an, um den Lebensmittel- und Drogeriebedarf der Kunden möglichst gebündelt zu decken.

Viele Gastronomen sind verständlicherweise zurückhaltend

Wolfgang Dressler, BWV-Chef

Neben Alnatura und Budni zieht auch noch ein Bäcker ins Erdgeschoss des BWV-Gebäudes ein: Mieter wird die Landbäckerei Grube. Eine weitere, je nach Bedarf zwischen 400 und 600 Quadratmeter große Fläche ist noch für gastronomische Nutzung reserviert. Wer dort einzieht, steht aber noch nicht fest – die Corona-Krise habe die Suche nach und Gespräche mit Pächtern erschwert, berichtet Wolfgang Dressler. „Viele Gastronomen sind verständlicherweise zurückhaltend.“

Inklusives Wohnen im oberen Geschoss

Wer die oberen Geschosse nutzen wird, steht hingegen genau fest: Zum einen wird die Diakonie Himmelsthür einziehen und auf knapp 1300 Quadratmetern inklusives Wohnen für 27 Personen einrichten. Außerdem vorgesehen: 30 Einheiten im betreuten Wohnen, betrieben von der Caritas.

Von alldem ist aktuell noch nichts zu sehen, erst vor vier Wochen haben die Arbeiter losgelegt. Derzeit sieht man die ins Erdreich getriebenen Spundwände, die im späteren Untergeschoss die Tiefgarage mit 70 Stellplätzen umfassen und sichern sollen. In gut 24 Monaten, so der Plan des BWV, sollen die beiden Bauten darüber, die einen begrünten Innenhof einfassen, fertig sein. Rund 19 Millionen Euro werden dann verbaut sein.

BWV plant auch noch Kita-Neubau

Das Gesamtvorhaben im Ostend ist für Dresslers Unternehmen dann aber noch nicht abgeschlossen. In zwei weiteren Abschnitten in anderen Baufeldern folgen noch Immobilien für Miet- und Eigentumswohnungen, eine Tagespflegestation sowie eine Kindertagesstätte mit vier Gruppen, eine davon ist als Krippengruppe für unter Dreijährige geplant.

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