Harsum/Hüddessum - Es ist das nächste große Springturnier dieses Sommers in Hüddessum: Nach der jüngsten Herbst-Challenge werden nun von Donnerstag bis Sonntag auf der Reitanlage des RFV Harsum die Kindler&Fries Jumping Days ausgetragen (früher ConMoto Jumping Days). Zwar finden die Prüfungen beim Harsumer Reit- und Fahrverein statt, offizieller Veranstalter ist diesmal aber Franz Bormann.
Apropos Familie Bormann: Finja Bormann, Tochter von Franz und die wohl bekannteste Springreiterin des Kreises Hildesheim, kehrt zurück zum heimischen RFV Harsum und wird auch beim Turnier starten – allerdings nicht im großen S***-Springen, sondern mit einem jungen Pferd in einer L- oder M-Prüfung.
Neuer Lebensabschnitt
Mehr noch: Finja Bormann ist wieder ganz zurück auf dem elterlichen Hof in Hüddessum. In den vergangenen gut 6,5 Jahren hatte sie als Bereiterin im Stall der Familie Müter auf dem Elmgestüt Drei Eichen in Königslutter gearbeitet. Nun beginnt für sie ein neuer Lebensabschnitt. Sie macht sie selbstständig, will künftig selbst Pferde ausbilden.
Das Ganze geschieht auf dem Bormann’schen Hof, auf dem Finjas Bruder Friso ein landwirtschaftliches Unternehmen führt. „Es sind zwei getrennte Projekte, allerdings unter einem Dach“, so Friso Bormann. Derzeit wird dafür auf dem Hof umgebaut – unter anderem der Stall. Sechs bis zehn Pferde will Finja Bormann künftig unter ihre Fittiche nehmen.
Zurück nach Hüddessum
Der Plan, sich selbstständig zu machen, sei ihr schon länger durch den Kopf gegangen, sagt die 28-Jährige. In diesem Frühjahr hatte sie auf dem Elmgestüt in Königslutter „nicht so viele Pferde zum Reiten“. Um gut über die Runden zu kommen, arbeitete Finja Bormann nebenbei als Vertretungslehrerin in einer Grundschule. Sie hat nämlich auch ein abgeschlossenes Lehramtsstudium in der Tasche. Da sei dann der Entschluss gereift, zurück nach Hüddessum zu gehen „und ein neues Kapitel aufzuschlagen“.
Laut der Online-Plattform spring-reiter.de hat Finja Bormann bereits einige vielversprechende junge Pferde am Start. Darunter Halbgeschwister von A Crazy Son of Lavina – das ist der mittlerweile 18-jährige Wallach, mit sie einst die Deutsche Meisterschaft und den Großen Preis von Nörten-Hardenberg gewann. Obendrein wurde sie mit ihm Zweite der Löwen Classics in Braunschweig.
Derby-Sieger am Start
Während der Kindler&Fries Jumping Days wird Finja Bormann gleich am Donnerstag starten – in einer kleineren Prüfung. Sportliche Höhepunkte der viertägigen Veranstaltung in Hüddessum sind aber zwei S***-Springen (Hindernis-Höhe 1,55 Meter). Von Donnerstag bis Sonntag werden in insgesamt 34 Prüfungen, vom Führzügelwettbewerb bis zu den erwähnten S***-Springen, die Sieger und Platzierten ermittelt. Allein 16 dieser Prüfungen umfassen Hindernisse von 1,40 Meter und höher.
Mehr als 1000 Startplätze wurden reserviert. Darunter bekannte Namen wie Toni Hassmann, der von 2004 bis 2006 dreimal in Folge das Hamburger Derby gewonnen hat. Das Derby gilt als eines der anspruchsvollsten Springreit-Turniere der Welt. Er ist einer derjenigen, die es auf den mit 10.000 Euro dotierten Großen Preis der Firma Kindler&Fries abgesehen haben. In die Quere kommen könnte Toni Hassmann seine Gattin Clarissa, die 2009 mit der Schweiz Mannschafts-Europameisterin geworden ist. Ebenfalls am Start: Harm Lahde, der im vergangenen Jahr den Großen Preis gewann.
Flutlicht wird eingeschaltet
Die Prüfungen starten am Donnerstag um 8 Uhr. Bis in den frühen Abend wird zunächst die Qualität junger Springpferde im Vordergrund stehen. Springprüfungen von A (90 Zenitmeter) bis S**(1,45 Meter) gibt es am Freitag ab 9 Uhr zu sehen, unter anderem ab 15.30 Uhr auch die erste Qualifikation für den Großen Preis am Sonntag.
Am Samstagvormittag beginnen die Wettbewerbe um 11 Uhr, um 17 Uhr findet die zweite Qualifikation in der großen Tour statt – dieses Mal ein Zwei-Phasen-S***-Springen (1,50 Meter). Abends folgt das Finale der German Teens Trophy für den talentierten U18-Reitsportnachwuchs. Im Anschluss wird auf dem Turnierplatz das Flutlicht angeschaltet, denn um 19.30 Uhr beginnt das Kostümspringen. Ab 20.45 Uhr sorgt das Barriere-Springen für Spannung, wenn es darum geht, die Rekordhöhen zu überwinden.
Mit 10.000 Euro dotiert
Bei der anschließenden Reiterparty ist der Einlass erneut auf diejenigen begrenzt, die einen Bezug zum Reitsport und zur Landwirtschaft haben oder Bewohner der umliegenden Dörfer sind. Der Sonntag ist dann der Tag der Entscheidungen und damit der Finalspringen – darunter der mit 10.000 Euro dotierte Große Preis der Firma Kindler&Fries (ab 15.45 Uhr).
Noch einmal zurück zur den Bormanns und Finja. Dass nun alle wieder in Hüddessum leben, freut Mutter Susanne Bormann: „Mein Mann und ich, unsere zweite Tochter Ferike und ihre Familie, Friso und auch Finja – sie wohnen jetzt auf dem Hof oder nebenan. Wir haben in der Nachbarschaft noch ein Haus gekauft. Das ist wirklich schön so.“
Gut zu wissen
Während der Kindler&Fries Jumping-Days in Hüddessum gibt es neben dem bewährten Bewirtungsangebot noch ein weiteres Rahmenprogramm: Am Samstag und Sonntag öffnet das Kinderzelt, außerdem stehen Hüpfburgen bereit. Angeboten wird am Sonntag auch ein Ponyreiten, geleitet von Mandy Hoffmann Reitsport. Das Parken sowie der Eintritt sind kostenfrei.
