Hildesheim - Damit hat Jeanne Golla nicht gerechnet: Die Vinzenzpforte, soziale Begegnungsstätte und Anlaufpunkt für viele bedürftige Menschen in der Stadt, ist nun mit dem Nachhaltigkeitspreis des Netzwerks öko, fair & mehr ausgezeichnet worden. Zunächst sei sie überrascht über die Auszeichnung gewesen, weil so Leiterin Golla, doch tatsächlich steht die Vinzenzpforte für eine nachhaltige Entwicklung. „Bevor ein Mensch auf die Umwelt Acht gibt, muss er seine Grundbedürfnisse erfüllen und zur Ruhe kommen können“, so die Sozialarbeiterin. „Wir legen dafür die Basis.“
Die Vinzenzpforte lebt von ihrer offenen Tür. Seit 160 Jahren wenden sich Menschen in Not an das Mutterhaus der Vinzentinerinnen Hildesheim. An fünf Tagen die Woche gibt es Frühstück und ein warmes Mittagessen. Täglich besuchen etwa 40 bis 50 bedürftige Menschen die Vinzenzpforte.
Die Bekämpfung von Armut ist durchaus nachhaltig
Seit April dieses Jahres verleiht das Netzwerk öko, fair & mehr den Preis an besonders zukunftsfähige Projekte im Landkreis Hildesheim, um deren Bedeutung für die nachhaltige und faire Entwicklung der Region in den Fokus zu rücken. Im Februar 2020 wurde das Bündnis gegründet. Mittlerweile besteht es aus 47 Initiativen und Einrichtungen, die sich gemeinsam für die internationalen Nachhaltigkeits- und Klimaschutzziele einsetzen.
Mit der Vinzenzpforte wird nun erstmalig ein soziales Projekt mit der Zukunfts-Hilde ausgezeichnet. „Die Bekämpfung von Armut, Ungleichheit und Teilhabe steht weit oben auf der Agenda der UN-Nachhaltigkeitsziele“, begründet Michaela Grön die Entscheidung. Sie koordiniert das Netzwerk im Rahmen ihres Nachhaltigkeitsprojektes beim Kirchenkreis Hildesheim-Sarstedt. Der Preis solle nicht nur an Projekte gehen, die sich mit Themen wie Klima- und Umweltschutz beschäftigen, sondern auch an Einrichtungen, die soziale Nachhaltigkeit fördern. Deshalb sei die Wahl auf die Vinzenzpforte gefallen.
Hilfe für Bedürftige seit 160 Jahren
„Die Vinzentinerinnen Hildesheim bieten ihre Hilfe für Bedürftige seit gut 160 Jahren an“, erklärt Matthias Böning, Geschäftsführer der Diakonie in der Region Hildesheim und Peine. „Langjähriger und nachhaltiger geht es ja gar nicht.“
