Hildesheim - Amtlich ist es noch nicht – aber fast sicher: Der frisch gebackene Football-Zweitligist Hildesheim Invaders kann dauerhaft auf dem Homefield am Philosophenweg bleiben. Vorstand und Aufsichtsrat des Großvereins Eintracht Hildesheim, der das Gelände von der Stadt Hildesheim seit langem gepachtet hat, unterstrichen am Wochenende während einer Zukunftsklausur, den Footballern zügig einen entsprechenden Nutzungsvertrag anbieten zu wollen.
Wir halten Wort
„Zur Nutzungsvereinbarung sind wir auf der Zielgeraden, um den Invaders einen langfristigen Vertrag vorzulegen. Wir halten Wort“, sagt Eintrachts Aufsichtsratsvorsitzender Peter Block. Aber bevor dieser Kontrakt unterschriftsreif auf dem Tisch liegt, muss der Großverein noch eine Sache klären – und zwar mit der Stadt.
Invaders wollen investieren
Das Ganze ist etwas kompliziert: Wie erwähnt hat Eintracht das Gelände am Philosophenweg von der Stadt gepachtet, doch der Vertrag zwischen diesen beiden Parteien läuft 2030 aus. Die Footballer sind nur „Untermieter“. Wegen der momentanen Laufzeit-Begrenzung dürfte der Großverein Stand heute den Invaders dementsprechend eine maximale Nutzungsvereinbarung bis 2030 anbieten, also eine über nur neun Jahre.
Damit wäre dem Zweitligisten aber nicht wirklich gedient. Schließlich wollen die Footballer ins Stadion investieren: Da im Norden des Geländes jetzt die neue Sporthalle steht soll unter anderem die Tribüne nach Süden erweitert werden. Um an Fördergelder etwa von der Stadt oder dem Landessportbund für diese Baumaßnahmen zu gelangen, benötigen die Invaders einen Nutzungsvertrag mit einer Laufzeit von mindestens zwölf Jahren.
Das dürfte keine große Hürde mehr darstellen
Die Eintracht kann aber einen solchen Kontrakt erst vorlegen, wenn sie selbst die Pachtzeit des Geländes mit der Stadt verlängert hat. „Das dürfte keine große Hürde mehr darstellen“, meint Eintrachts Vorstandsvorsitzender Clemens Löcke.
Noch im Frühjahr war unklar, ob die Invaders wegen des Hallen-Neubaus des Großvereins (die HAZ berichtete) überhaupt auf ihr angestammtes Homefield zurückkehren können. Ein öffentlicher Disput war darüber ausgebrochen, Oberbürgermeister (OB) Ingo Meyer stellte sich als Moderator zwischen Footballern und Eintracht zur Verfügung.
Hildesheims Oberbürgermeister als Schlichter
Der OB setzte sich damals für den Erhalt des Homefields ein. Deshalb wäre es verwunderlich, wenn sich ausgerechnet die Stadt Hildesheim querstellen und den Pachtvertrag mit Eintracht nicht über 2030 hinaus verlängern würde.
Eine Lösung, mit der alle zufrieden sind, dürfte also in Kürze auch juristisch in trockenen Tücher sein. „Ziel ist es, im November die Nutzungsvereinbarung unterschreiben zu können“, sagt Eintrachts stellvertretender Vorsitzender Tobias Hartrich. Der Großverein muss den Invaders das Gelände unentgeltlich überlassen – Gebühren kann er nur für Strom, Kabinen oder Wasser erheben.
Wenn wir berücksichtigen, dass wir Anfang des Jahres fast heimatlos waren, ist das eine sehr gute Entwicklung
Das alles freut freilich die Footballer. „Wenn wir berücksichtigen, dass wir Anfang des Jahres fast heimatlos waren, ist das eine sehr gute Entwicklung“, so Invaders-Vorsitzender Jan Hendrik Meyer.
Mittlerweile hat Eintracht als Pächter des Areals einiges in die Wege geleitet, damit der Zweitligist 2022 wieder auf dem Homefield spielen kann – unter anderem wurde der Rasen neu gesät und Zäune umgesetzt. Vorstandsvorsitzender Löcke dazu: „Die Vorbereitungen des Spielfeldes laufen bereits.“


