Obst-Sammelaktion

Hunderte Kilo Hildesheimer Äpfel: So wird daraus Saft für Gäste von Bahnhofsmission und Vinzenzpforte

Hildesheim - Äpfel, die an Straßen und auf städtischen Wiesen wachsen, sind prima geeignet, um sie für die Versorgung bedürftiger Menschen zu Saft zu pressen. Und genau das haben Bahnhofsmission und Vinzenzpforte auch in diesem Jahr wieder vor.

Gemeinsam sammeln sie Obst in der Region: Sascha Kirchner, Susanne Bräuer, Marie Hilgenfeld und die Gäste der Vinzenzpforte. Foto: Kathi Flau

Hildesheim - Gesunde Nahrungsmittel, beinahe zum Nulltarif? Das war vor einigen Jahren etwas, das für die Vinzenzpforte wie die Lösung eines ihrer gravierendsten Probleme klang, denn damals waren die Essensvorräte in der Einrichtung zur Versorgung bedürftiger Menschen gerade besonders knapp. „Vor allem zu Beginn der Corona-Pandemie war das“, erinnert sich Sascha Kirchner, der die Vinzenzpforte und ihre Gäste als städtischer Streetworker gut kennt.

Doch Kirchner wusste, dass vielerorts Apfelbäume auf städtischem Grund stehen oder die Straßen säumen, deren Früchte gerade reiften. „Eigentlich lag die Idee also nahe“, sagt er heute, „die Äpfel zu sammeln und daraus Saft pressen zu lassen“. Auch die Bahnhofsmission schloss sich an, denn auch hier ist ein vitaminreiches Getränk oft genau das Richtige für die Gäste und Hilfesuchenden, die die Einrichtung aufsuchen. Leiterin Susanne Bräuer war sofort mit im Boot.

Mit einem Auto der Vinzentinerinnen geht’s los

Und seitdem wird Saft gepresst. Auch in diesem Jahr machen sich Vinzenzpforte und Bahnhofsmission mit der Hilfe ihrer Gäste wieder auf den Weg auf städtische Streuobstwiesen und sammeln Äpfel. „Ein paar hundert Kilo kommen da zusammen“, sagt Kirchner. Marie Hilgenfeld ist als neue Leiterin der Vinzenzpforte zum ersten Mal dabei, doch sie hat für die Aktion unter den Gästen bereits erfolgreich die Werbetrommel gerührt. „Wir haben schon einige Freiwillige gefunden“, sagt sie. Ein Caddy der Vinzentinerinnen steht auch schon bereit für den Ausflug.

Der Ertrag der Apfelbäume liegt im Allgemeinbesitz. „Wir haben bereits vor ein paar Jahren die Äpfel gemeinsam mit Freiwilligen gesammelt und daraus Apfelsaft herstellen lassen“, so Streetworker Kirchner. Dann kam Corona. Nun trafen sich Kirchner und Bräuer, um das Projekt wieder aufleben zu lassen. Nicht zuletzt deshalb, weil der Rückgriff auf regionale Ressourcen auch in die aktuelle Versorgungskrise passe, wie Kirchner betont. „Unser Apfelsaft kommt aus Hildesheim. Von allen für alle.“

Finanzielle Unterstützung braucht es trotzdem

Susanne Bräuer ging mit ihrer Idee außerdem auf den Bundestagsabgeordneten Bernd Westphal (SPD) zu, der das Projekt finanziell unterstützte. Gemeinsam mit Freiwilligen aus der Wohnungslosen-Szene wurden 300 Kilogramm Äpfel gesammelt. Die regionale Mosterei Wöhleke in Groß Lobke presste den Apfelsaft zu vergünstigten Konditionen. Und den gibt es nun, in Flaschen abgefüllt, sowohl in der Bahnhofsmission als auch in der Vinzenzpforte. Und so soll es in diesem Jahr wieder sein.

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