Hildesheim - Der wilde Bahnübergang am Ende der Goethestraße in Richtung Ostend existiert bereits seit längerem: Eine Anwohnerin berichtete der HAZ am Dienstag, dort überquerten regelmäßig Erwachsene und auch Kinder die Gleise; sie habe schon vor Wochen die Bundespolizei informiert und diese gebeten, für Abhilfe zu sorgen, sagt die Frau – ohne Erfolg. Zuständig ist wohl die Deutsche Bahn: Man prüfe das gerade, sagte eine Sprecherin der HAZ. Wie sie betont, sei es verboten, über die Schienen zu gehen: „Das ist lebensgefährlich.“
Die Stadt will an der Stecke einen regulären Bahnübergang für Radfahrer und Fußgänger bauen, um das Ostend besser an die Innenstadt anzubinden. Doch das dafür nötige Verfahren zieht sich: Seit Jahren gibt es Abstimmungsprobleme zwischen der Verwaltung und der DB, die den Übergang beim Eisenbahnbundesamt einreichen muss. Eine Bahn-Sprecherin hat Letzteres dieser Tage zwar in Aussicht gestellt. Doch selbst im günstigsten Fall dürfte es noch Jahre dauern, bis der Übergang benutzt werden kann.
Anwohner: Bundespolizei wisse schon länger von Schneise
So lange wollen einige Bürger nicht warten: In dem Jägerzaun am Ende der Goethestraße klafft dort, wo die Passage entstehen soll, eine Lücke – und das schon seit einiger Zeit, erzählt die Anwohnerin: Auf dem illegalen Weg über die Gleise seien häufig Menschen in Richtung Ostend und auch umgekehrt unterwegs, die Bundespolizei wisse auch davon. Das will deren Hildesheimer Sprecher Detlef Lenger nicht ausschließen. Doch er betont: Das Absperren des Bahndamms obliege nicht seiner Behörde. Das Ahnden illegaler Überquerungen der Schienen aber schon: Man werde daher jetzt häufiger Streifen vorbeischicken und ermitteln, wer genau an der Stelle zuständig sei.
Die Stadt jedenfalls nicht, betont deren Sprecher Helge Miethe: Die Sicherung der Gleise sei Sache der Bahn; die Verwaltung werde das Unternehmen zügig verständigen, damit es das Problem schnell behebe. Das sei unbedingt nötig, meint auch Bundespolizeisprecher Lenger – gerade mit Blick auf Kinder, die das illegale Verhalten der Erwachsenen nachahmten und ebenfalls über die Gleise liefen. Doch das sei verboten und sehr gefährlich: „Manche Züge sind da mit 70 bis 80 Stundenkilometern unterwegs.“ Auch die Bahnsprecherin appelliert an die Bürger, auf gar keinen Fall die Schienen zu überqueren. „Auch wenn da ein Loch im Zaun ist.“
