DB kündigt Antrag beim Eisenbahnbundesamt an

Bahnübergang in Hildesheimer Baugebiet Ostend: Kommt er jetzt?

Hildesheim - In das Verfahren für den Bau eines Bahnübergangs zwischen der Goethestraße und dem Hildesheimer Baugebiet Ostend kommt Bewegung.

Hier soll der geplante Bahnübergang von der Goethestraße ins Hildesheimer Baugebiet Ostend entstehen. Foto: Werner Kaiser

Hildesheim - In das Verfahren für den Bau eines Bahnübergangs zwischen dem Ostend und der Goethestraße kommt Bewegung: Das zuständige Fachbüro der Stadt hat bei der Deutschen Bahn (DB) erneut Planungsunterlagen eingereicht und damit den nächsten Anlauf für eine Genehmigung der Passage gestartet.

An den Papieren hat die Bahn diesmal – anders als mehrere Male zuvor – inhaltlich nichts auszusetzen. Es fehlten allerdings noch Unterschriften, sagte eine DB-Sprecherin der HAZ: Sobald das Büro diese nachgeliefert habe, werde man den Antrag beim Eisenbahnbundesamt (EBA) einreichen.

Zwischen Stadt und Bahn gibt es seit Jahren ein Hin und Her

Die Behörde entscheidet darüber, ob der Bahnübergang entstehen darf. Die Stadt bezahlt zwar die Kosten von rund zwei Millionen Euro und tritt als Bauherr auf, den Antrag muss jedoch die DB stellen. Zwischen dem Unternehmen und dem Rathaus gibt es seit Jahren ein Hin und Her um den Übergang. Die DB hatte diesen ursprünglich bereits 2020 beantragt, den Antrag dann aber zurückgezogen, weil das EBA ihn als nicht genehmigungsfähig eingestuft hatte.

Das Fachbüro der Stadt reichte seither mehrfach neue Unterlagen ein, bekam diese aber immer wieder von der DB mit der Aufforderung zurück, sie zu überarbeiten. Vor zwei Wochen gab das Büro die Papiere erneut ab. Diesmal mit Erfolg: Die Qualitätskontrolle der DB habe die Unterlagen akzeptiert, sagte eine Sprecherin des Unternehmens der HAZ.

Was heißt für die Zeitschiene? Da passen alle Beteiligten

Doch was heißt das nun für den Bau des Übergangs? Ab wann steht der zur Verfügung, falls das EBA ihn genehmigt? Dazu wollten weder das Amt noch die DB oder die Stadt eine Prognose abgeben, die Sprecher verwiesen jeweils auf andere Beteiligten. Klar ist: Es dürfte noch mehrere Jahre dauern, bis der Bahnübergang in Betrieb ist.

Die Passage in der Goethestraße soll das Ostend an die Innenstadt anbinden, sie ist für Radfahrer und Fußgänger gedacht. Diese müssen bisher wie Autofahrer einmal um das ganze Gebiet herum, um über die Senator-Braun-Allee in die Siedlung herein- oder aus ihr herauszukommen. Außerdem gibt es eine Zufahrt im Norden über die Frankenstraße, die derzeit noch durch Poller versperrt ist.

Inzwischen leben mehrere Hundert Menschen auf dem einstigen Kasernengelände, haben sich dort Cafés, Geschäfte, Ärzte und Betriebe angesiedelt. Doch der Bahnübergang fehlt nach wie vor. Er spielt unter anderem für die Wohnungsbaugesellschaften gbg, kwg und Beamtenwohnungsverein mit Blick auf ihre Mieter eine wichtige Rolle: Die drei Unternehmen investieren mehrere Millionen Euro in das Baugebiet. Der Verkehrsclub Deutschland hatte im Dezember nach einem HAZ-Bericht über die Probleme im Zusammenhang mit dem Übergang erklärt, wenn dieser nicht komme, wäre das „eine stadt- und verkehrsplanerische Katastrophe“. Auch in der Stadt-Politik herrscht große Unzufriedenheit, dass der Übergang so lange auf sich warten lässt. Die Stadt könne daran aber nichts ändern, betont Sprecher Helge Miethe: „Wir sind nicht Herr des Verfahrens.“

Gefährlicher Pfad: Loch im Zaun an Schienen in Goethestraße

Manche Bürger scheinen inzwischen die Geduld zu verlieren: So klafft im Zaun, der auf Seiten der Goethestraße vor den Bahngleisen steht, eine Lücke – wer die nutzt, um dort ins Ostend zu kommen, läuft allerdings große Gefahr, von einem Zug erfasst zu werden.

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