Stadt reagiert

Illegaler Bahnübergang in Hildesheim: Zaun versperrt jetzt Weg ins Ostend

Hildesheim - Die HAZ hatte am Dienstag über den illegalen Bahnübergang zum neuen Hildesheimer Baugebiet Ostend berichtet. Die Stadtverwaltung hat darauf reagiert – und die wilde Passage blockiert.

Die Lücke im Zaun vor dem Bahndamm am Ende der Goethestraße in Hildesheim in Richtung Ostend ist seit Mittwochmorgen verschlossen. Foto: Rainer Breda

Hildesheim - Die Stadt hat den wilden Bahnübergang von der Goethestraße zum Ostend blockiert. Seit Wochen klaffte im Jägerzaun vor dem Bahndamm eine Lücke – die Verwaltung hat diese am Mittwochmorgen mit einem Bauzaun-Element schließen lassen. Eine Anwohnerin ist allerdings skeptisch, ob das reicht, um das illegale Überqueren der Gleise wirklich zu unterbinden. „Das dauert nicht lange, dann ist da wieder ein Loch“, meint die Frau.

An der Stelle ist eigentlich ein regulärer Bahnübergang für Radfahrer und Fußgänger vorgesehen. Der lässt allerdings auf sich warten. Gleichwohl gab es dort in den vergangenen Wochen reichlich Verkehr: Durch das Loch im Zaun seien regelmäßig Erwachsene, aber auch Kinder auf den Bahndamm gestiegen und über die Schienen ins Ostend (und umgekehrt) gelaufen, berichten Nachbarn. Nach deren Angaben weiß die Bundespolizei seit langem von dem wilden Übergang, habe aber nichts unternommen.

DB kündigt „Prüfung“ an – und sagt Stadt, dass Bahndamm nicht eingefriedet werden müsse

Inzwischen ist Bewegung in das Thema gekommen: Die Bundespolizei kündigte an, regelmäßig Streifen in die Goethestraße zu schicken. Und eine Sprecherin der Deutsche Bahn (DB) sagte der HAZ am Dienstag, dass Unternehmen gehe davon aus, dass es zuständig sei. Eine Mitarbeiterin werde sich vor Ort umsehen „und das weitere Vorgehen prüfen“, ergänzte die DB-Sprecherin auf erneute HAZ-Anfrage am Mittwoch.

Die Stadt hatte zunächst auf die Bahn verwiesen. Am Dienstagnachmittag entschied die Bauverwaltung dann, selbst etwas zu unternehmen. Da nicht klar sei, ob und wann die DB in der Goethestraße tätig werde, wolle man dort als Provisorium einen Bauzaun aufstellen, kündigte Sprecher Helge Miethe am Dienstagabend an. Und schob hinterher: An der Stelle könne nur ein hoher Zaun verhindern, dass jemand die Gleise überquere. Das Bauzaun-Element, das jetzt die Lücke schließt, ist drei Meter breit und zwei Meter hoch. Damit ist zwar an der bisherigen Stelle kein Durchkommen mehr, wohl aber 30 Meter weiter nördlich: Dort ist der Zaun, der an den Bahngleisen verläuft, ebenfalls heruntergerissen.

Das endgültige Vorgehen in der Goethestraße müssten DB und die Stadt noch klären, sagte Rathaussprecher Miethe am Mittwoch der HAZ: Die Bahn habe gegenüber der Stadt darauf verwiesen, dass grundsätzlich keine Pflicht zur Einfriedung von Bahnanlagen bestehe – unabhängig vom konkreten Fall in der Goethestraße. Bis zur Klärung, wer jetzt tätig werden müsse, habe der Bauhof auf Initiative von Baudezernentin Andrea Döring das Provisorium aufgestellt, erklärte Miethe.

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