Coronavirus

Immer mehr Menschen im Kreis Hildesheim landen mit Corona im Krankenhaus

Kreis Hildesheim - Die Zahlen sind in den vergangenen Wochen erheblich gestiegen. Vor allem eine Altersgruppe ist inzwischen massiv betroffen. Die Lage.

In den Hildesheimer Krankenhäusern werden derzeit so viele Corona-Patienten behandelt wie seit Anfang 2021 nicht mehr. Foto: Chris Gossmann

Kreis Hildesheim - Die Sieben-Tage-Inzidenz für Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist zuletzt leicht gefallen – dennoch landen derzeit im Landkreis Hildesheim immer mehr Menschen mit einer Infektion im Krankenhaus. Inzwischen sind es wieder vor allem ältere Menschen, die sich anstecken und so krank werden, dass ein Aufenthalt in einer Klinik erforderlich ist. Auffällig ist dabei allerdings weiterhin, dass im Verhältnis nur sehr wenige Betroffene auf den Intensivstationen versorgt werden müssen.

Mit Stand von Montagmorgen behandelten die vier allgemeinen Krankenhäuser in Stadt und Landkreis insgesamt 67 mit dem Coronavirus infizierte Patientinnen und Patienten auf den Normalstationen und acht auf den Intensivstationen, wie aus dem Ivena-Meldeportal und dem DIVI-Intensivregister hervorging.

Senioren besonders betroffen

Zum Vergleich: Vor vier Wochen, als die Inzidenz nur unwesentlich geringer war, war die Zahl der Corona-Patienten auf den Normalstationen nur ungefähr halb so hoch. Zur Einordnung gehört aber auch: Auf dem Höhepunkt der Alpha-Welle vor Beginn der Impfungen lag teilweise jeder dritte Corona-Patient im Krankenhaus auf einer Intensivstation. Jetzt liegt das Verhältnis bei eins zu neun. Doch die absolute Zahl der Infizierten in den Kliniken in und um Hildesheim war nur an den ersten zehn Tagen des Januar 2021 höher als jetzt.

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Ein Großteil der aktuell Betroffenen sind Seniorinnen und Senioren – das geht beispielsweise aus den Zahlen aus dem Hildesheimer St.-Bernward-Krankenhaus (BK) hervor: Dort wurden am Montagmorgen 22 Patientinnen und Patienten mit Corona auf Normalstationen behandelt, von denen 18 älter als 70 waren. Acht von ihnen waren sogar älter als 80 und drei weitere älter als 90. „Die Patienten auf der Intensivstation sind zwischen Ende 60 und Ende 70“, ergänzt BK-Sprecherin Judith Seiffert.

Anteil insgesamt gestiegen

Tatsächlich ist der Anteil der Seniorinnen und Senioren unter allen Infizierten bundesweit in den vergangenen Wochen und Monaten wieder gestiegen, nachdem die Omikron-Welle zunächst vor allem Menschen jüngeren und mittleren Alters erfasste. Zwar berichteten zuletzt auch die Hildesheimer Altenheime von zumeist milden Verläufen bei betroffenen Bewohnerinnen und Bewohnern – doch die schiere Menge der Betroffenen macht eben auch schwere Verläufe wahrscheinlicher.

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Hinzu kommt, dass viele ältere Menschen außerhalb der Heime sich nicht zum dritten und schon gar nicht zum vierten Mal impfen ließen, was wiederum die Anfälligkeit für schwerere Erkrankungen erhöht. Das spiegelt sich auch in bundesweiten Daten wider: Die Inzidenz unter Senioren ist zwar immer noch etwas niedriger als die in der Gesamtbevölkerung, aber der Abstand ist gegenüber dem Frühjahr zurückgegangen.

Personal fällt aus

Nicht differenziert wird bei der Zahl der Corona-Patienten auf den Normalstationen, ob diese dort wegen einer Infektion liegen oder ob die Ansteckung überhaupt erst bei der Aufnahme in die Klinik festgestellt wurde. Für die Belastung der Krankenhäuser spielt das allerdings keine Rolle, da unabhängig davon die gleichen Isolations-Vorschriften für die Betroffenen gelten – und damit auch der gleiche Aufwand. Erschwerend kommt hinzu, dass auch die Kliniken selbst derzeit viele Personalausfälle durch Corona-Infektionen verzeichnen und nun zudem Urlaubszeit ist.

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