Kreis Hildesheim - Zahlreiche Opfer langwieriger Impfschäden aus ganz Deutschland haben sich in einem Offenen Brief an den Bundestag sowie an führende deutsche Mediziner gewandt. Sie fordern unter anderem mehr Anlaufstationen für Betroffene, Anerkennung und wissenschaftliche Aufarbeitung von Impfschäden, Geld für Ursachenforschung und Therapie sowie Ausgleichszahlungen für Betroffene. Am Wichtigsten seien dabei schnelle medizinische Hilfe sowie Forschungsgeld für Unikliniken, die sich dieser Thematik annehmen möchten. Zu den Unterzeichnern gehören auch Impfgeschädigte aus dem Landkreis Hildesheim.
Lob der Betroffenen für zwei Mediziner
Ausdrücklich bedanken sich die Betroffenen bei Prof. Harald Matthes von der Charité in Berlin und Prof. Bernhard Schieffer vom Universitätsklinikum Marburg. Sie hätten die Probleme Impfgeschädigter früh ernst genommen und sich intensiv damit auseinandergesetzt. Umso bedauerlicher sei, dass nicht mehr Wissenschaftler das Thema aufgegriffen hätten.
Schieffer zeigte sich inzwischen in einem Beitrag des „Ärzteblattes“ zuversichtlich, dass in wenigen Monaten zumindest die Ursache für das Post-Vac-Syndrom, wie dauerhafte Erkrankungen nach Corona-Impfungen inzwischen genannt werden, gefunden werden kann. Seine Einschätzung, dass solche schweren Folgen, die einer Long-Covid-Erkrankung sehr ähnlich sind, nur nach 0,02 Prozent aller Impfungen auftreten, ist aus Sicht der Unterzeichner des Offenen Briefs allerdings zu niedrig angesetzt.
„Wir wollen eine sachliche Diskussion“
„Wir wollen uns für eine sachliche Diskussion dieser medizinischen Thematik aussprechen“, betonen die Unterzeichner. Es gehe „um Impfnebenwirkungen – nicht darum, ob wir Impfgegner oder Impfbefürworter sind“. Schließlich hätten sich die Betroffenen ja impfen lassen. „Doch vor dem Hintergrund schwerwiegender Nebenwirkungen muss die Frage nach der Sicherheit dieser Impfstoffe an die Wissenschaft erlaubt sein.“ man wolle nicht vor den Impfungen warnen oder Angst verbreiten – „wir fordern Forschung auf diesem Gebiet!“
Hildesheimer Abgeordneter sieht auch Impfstoff-Hersteller in der Verantwortung
Der Hildesheimer SPD-Bundestagsabgeordnete Bernd Westphal erklärte auf Nachfrage, weitere Forschung sei auf jeden Fall wichtig. Dabei sehe er aber vor allem auch die Impfstoff-Hersteller in der Pflicht. „Sie müssen natürlich auch investieren, ihre Impfstoffe noch sicherer zu machen, wenn es da Probleme gibt.“ Auch die Einrichtung zusätzlicher Anlaufstellen für Betroffene sei sinnvoll. Zu eventuellen Entschädigungen äußerte er sich nicht.
Der Ärztliche Leiter des Hildesheimer Helios Klinikums, Prof. Jürgen Tebbenjohanns, berichtet, dass dort bisher „vereinzelt Patientinnen und Patienten vorstellig wurden, die entsprechende Symptome nach Covid-Impfung entwickelt haben“. Er räumt aber ein: „Da diese Symptome oftmals sehr unspezifisch sind, gestaltet sich eine Behandlung leider schwierig.“ Grundsätzlich empfehle das Klinikum in diesen Fällen eher, sich an spezialisierte Stellen wie die Post-Vac-Ambulanz des Universitätsklinikums Marburg zu wenden“, sagt Tebbenjohanns. Was angesichts der dortigen Wartelisten als Argument für weitere Anlaufstellen verstanden werden kann.
Unterschiedlicher Stand in Hildesheimer Krankenhäusern
Dagegen erklärte das St. Bernward Krankenhaus auf HAZ-Anfrage: „Bei uns sind weiterhin keine Fälle von Impfkomplikationen bekannt, die über die üblichen Impfreaktionen wie grippale Symptome hinausgingen.“
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