Sozialministerin Behrens

Impfungen: Hildesheimer ab 70 bekommen in Kürze Post

Hildesheim - Niedersachsen will den Kampf gegen Corona beschleunigen. Die neue Sozialministerin hat sich am Dienstag außerdem zum Impfen bei Hausärzten geäußert – und den Fokus auf die Inzidenzwerte verteidigt.

Senioren im Alter von 70 bis 79-Jahren sollen in Kürze Informationen dazu erhalten, wie sie einen Impftermin bekommen. Foto: Chris Gossmann

Hildesheim - Niedersachsens neue Sozialministerin Daniela Behrens (SPD) setzt auf eine deutliche Beschleunigungen der Anti-Corona-Impfungen, weil ab dem zweiten Quartal wesentlich mehr Impfstoffmengen zur Verfügung stünden. „In den nächsten Tagen werden die über 70-Jährigen informiert, damit sie sich mit einem Impftermin versorgen können“, sagte die Ministerin am Dienstag.

Bei den Einladungsschreiben soll ihren Angaben zufolge nun auf die Daten der Einwohnermeldeämter zurückgegriffen werden. „Wir haben aus Fehlern gelernt.“ Wie schnell es tatsächlich geht, hängt aber auch davon ab, ob die Impfungen für Menschen ab 80 Jahren bereits abgeschlossen sind.

Der Impf-Status in Hildesheim

Das ist im Landkreis Hildesheim noch nicht der Fall. Immerhin hat der Landkreis am Dienstag gemeldet, dass in allen 57 Pflegeheimen inzwischen wenigstens die erste Impfung stattgefunden hat – in vier Einrichtungen fehlt aber noch die zweite Dosis. Insgesamt haben inzwischen 6,04 Prozent der Bürger die erste Impfung erhalten, 2,45 Prozent auch die zweite. Das entspricht dem Landes-Durchschnitt. Bundesweit liegt Niedersachsen bei der Erstimpfung an 13. Stelle der 16 Bundesländer und ist bei den Zweitimpfungen sogar Letzter.

Behrens sagte, ab April würden die niedergelassenen Ärzte in das Impfsystem eingebunden. Dieses werde einen weiteren Schub bringen. „Wir werden im Juni und Juli eine ganz andere Situation haben, was den Impfstoff betrifft.“ Laut Sozialministerium ist eine Probephase zum Impfen in fünf Hausarztpraxen erfolgreich angelaufen.

Lehrer und Kita-Kräfte müssen warten

In der Stadt Hannover sollen vom heutigen Mittwoch an die Impfungen für Kita-Mitarbeiter und Grundschullehrer starten. Dafür steht das Impfzentrum auf dem Messegelände zur Verfügung, zudem sollen mobile Impfteams zum Einsatz kommen.

In Stadt und Landkreis Hildesheim ist es noch nicht so weit. Die Planungen haben zwar begonnen, doch zunächst müssen die Impfungen jener Einwohner abgeschlossen werden, die aus beruflichen Gründen zur höchsten Priorität zählen: etwa Krankenhaus-Mitarbeiter oder Beschäftigte in Pflegediensten und Tagespflegen. Grundschullehrer und Erzieherinnen gehören zur zweithöchsten Kategorie.

Ministerin verteidigt Inzidenz

Inzwischen gibt es auch mehr Möglichkeiten, sich auf Corona testen zu lassen. Nach Auskunft der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsens (KVN) bieten landesweit gut 1000 Arztpraxen derzeit kostenlose Schnelltests an. Daten für den Kreis Hildesheim gibt es hier nicht. Aber Kritik von einer Apothekerin. Seit Montag hat jeder Bürger Anspruch auf einen kostenlosen Schnelltest pro Woche durch geschultes Personal etwa in Apotheken, Testzentren oder Praxen.

Sozialministerin Behrens verteidigte am Dienstag die Regeln der jüngsten Corona-Verordnung gegen Kritik von mehreren niedersächsischen Oberbürgermeistern und dem Präsidenten der Region Hannover, Hauke Jagau. Sie hatten kritisiert, dass sich das Land zu sehr an den Inzidenzwert klammere. „Der Inzidenzwert ist der wichtige Wert, weil er das tatsächliche Infektionsgeschehen abbildet“, sagte Behrens. „Er ist ein sehr verlässlicher Faktor und deshalb für uns das Maß aller Dinge.“

Hildesheim bei Inzidenz gut

Als Hochinzidenzregionen gelten Landkreise, in denen mehr als 100 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche gezählt werden. Hier bleibt es bis auf ganz wenige Ausnahmen bei den bisherigen Einschränkungen. Landesweit zählten am Dienstag sechs Landkreise, darunter die Region Hannover und der Landkreis Peine, dazu.

Wenn die Kreise Gesprächsbedarf wegen der Inzidenzregelung hätten, „dann werden wir gerne darüber reden“, sagte Ministerin Behrens. Aber gemeinsames Ziel müsse es immer sein, die Zahl der Corona-Infizierten zu drücken. Im Landkreis Hildesheim betrug der Inzidenzwert am Dienstag 54,0.

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