Kampf gegen das Coronavirus

Corona-Ausbruch im Gymnasium: Erste Fälle mit indischer Variante im Kreis Hildesheim

Hildesheim - Erstes Auftreten der indischen Corona-Variante im Landkreis: Nach neuen Erkenntnissen zu den Fällen am Gymnasium Himmelsthür hat das Gesundheitsamt die Hygieneregeln für die Schule nun deutlich verschärft.

Masken sind am Gymnasium Himmelsthür ab sofort wieder überall Pflicht. Das Gesundheitsamt des Landkreises Hildesheim führt den Corona-Ausbruch in der Schule auf die indische Variante des Virus zurück. Foto: Werner Kaiser

Hildesheim - Der Corona-Ausbruch am Gymnasium Himmelsthür geht auf eine Infektion mit der indischen Variante des Virus zurück. Das hat das Gesundheitsamt des Landkreises Hildesheim auf HAZ-Anfrage bestätigt. Bei sechs der betroffenen 14 Schüler wurde die indische Variante nachgewiesen. Die indische Mutante, offiziell Delta-Variante genannt, ist deutlich aggressiver und ansteckender als andere Varianten des Coronavirus.

Das Auftreten der Delta-Variante könnte auch eine weitere Erklärung dafür sein, warum es Anfang der Woche am Gymnasium Himmelsthür zum bislang heftigsten Ausbruch an einer Schule in Stadt und Kreis in diesem Jahr gekommen war. Insgesamt 14 Schüler hatten sich infiziert – allein 13 von ihnen in einer Klasse, sechs von ihnen mit der Delta-Variante. Die Situation dürfte dazu beigetragen haben, dass es im Kreis zuletzt 26 Neuinfektionen in zwei Tagen gab und damit mehr als zuletzt.

Komplette Maskenpflicht

Das Gesundheitsamt hatte schnell und rigoros reagiert. Die hauptsächlich betroffene Klasse wurde komplett in Quarantäne geschickt, weitere drei Klassen teilweise. Neben den Infizierten mussten somit 78 weitere Schülerinnen und Schüler und insgesamt vier Lehrkräfte in die häusliche Isolation.


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Inzwischen hat das Gesundheitsamt verschärfte Hygieneregeln für die gesamte Schule angeordnet, die in den nächsten zwei Wochen gelten sollen. So herrscht bis zum 24. Juni wieder eine vollständige Maskenpflicht im Unterricht, im Schulgebäude und auf dem Pausenhof. Lediglich zum Essen, Trinken und Durchatmen dürfen Schülerinnen und Schüler ihren Mund-Nasen-Schutz kurz abnehmen – sollen dabei aber „strikt“ auf den Mindestabstand von anderthalb Metern zu anderen Personen achten.

Mehr lüften

Eigentlich gilt in den Schulen in Stadt und Landkreis die Maskenpflicht nur noch in bestimmten Bereichen und nicht mehr im Unterricht, weil der Inzidenzwert dauerhaft unter 35 liegt. Aufgrund der besonderen Situation kann das Gesundheitsamt aber schärfere Regeln anordnen.

Und davon macht die Behörde Gebrauch. Neben der verbindlichen Maskenpflicht – erlaubt sind nur FFP-2-Masken oder OP-Masken – betrifft das auch die Regeln fürs Lüften: Statt mindestens alle 20 Minuten für fünf Minuten sollen die Fenster nun alle 15 Minuten für zehn Minuten geöffnet werden.

Zusätzliche Tests

Die Schule selbst hat für diese Woche zusätzliche Schnelltests beschlossen. Nachdem alle Schülerinnen und Schüler sich turnusgemäß am Montag und Mittwoch Selbsttests unterzogen hatten, sollen sie sich am Freitag außer der Reihe ein drittes Mal checken. Das gilt auch für alle Lehrkräfte. Schulleiter Kruse ruft in seinem Rundschreiben zu „besonderer Wachsamkeit“ bei Abständen, Masken und Lüften auf. Er vergleicht die Situation mit der „schwierigsten Phase eines Marathons zwischen Kilometer 30 und 35“ und betont: „Wir werden gemeinsam das Ziel erreichen.“

Für Eltern, Geschwister und andere Familienmitglieder, die mit den Infizierten in einem Haushalt wohnen, gelten die gleichen Quarantäne- und Testvorgaben wie üblich, hier gibt es aktuell keine schärferen Regeln.

Die indische Variante

Die indische Variante des Coronavirus ist in Deutschland bislang kaum verbreitet. Sie macht derzeit rund 2,5 Prozent aller Infektionen aus, 90 Prozent entfielen auf die britische Mutante. In Großbritannien geht allerdings inzwischen jeder zweite neue Corona-Fall auf die Delta-Variante zurück, teilweise steigen die Infektionszahlen dort deshalb wieder. Der britische Gesundheitsminister Matt Hancock bezeichnete sie als um 40 Prozent ansteckender. Sie löst aber nach bisherigen Erkenntnissen keine schwereren Krankheitsverläufe aus als frühere Varianten.

Die Impfungen schützen nach aktuellen Studien gut gegen die Delta-Variante. Allerdings ist der Schutz nach der ersten Impfung noch nicht so groß wie gegenüber anderen Varianten. Nach der Zweitimpfung sei der Schutz „sehr gut“, haben Studien in Großbritannien ergeben.

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