Verkehr

Initiative Neustadt protestiert mit Plakaten gegen Verkehrsbelastungen im Gelben Stern in Hildesheim

Hildesheim - Die Straße Gelber Stern in der Hildesheimer Neustadt zu überqueren ist schwierig und gefährlich – besonders für Menschen mit Rollstuhl oder Rollator, aber auch für Eltern mit kleinen Kindern. Die Initiative Neustadt fordert daher unter anderem sichere Überwege und unterstreicht das jetzt mit einer neuen Kampagne.

Mit schwarz-gelben Plakaten an den Häusern macht die Initiative Neustadt auf Belastungen durch Autoverkehr in der Straße Gelber Stern aufmerksam. Foto: Wiebke Barth

Hildesheim - Zu viele Autos, zu viel Lärm, zu viel Abgase, zu viele Gefahren: Die Initiative Neustadt macht mit schwarz-gelben Plakaten auf die aus ihrer Sicht unhaltbare Verkehrssituation am Gelben Stern aufmerksam. Vier Plakate, entworfen von Mitglied Christopher Franke, hat die Initiative drucken lassen und an Häuserfassaden im Gelben Stern aufgehängt. Damit soll der lange bestehende Wunsch der Initiative und der Anwohnenden nach mehr Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer in den Straßen Gelber Stern und Godehardsplatz unterstrichen werden.

Ihre Vorstellungen dazu hatte die Initiative Neustadt im Frühjahr bereits im Ortsrat Stadtmitte/Neustadt vorgetragen. Danach habe es sehr viele zustimmende Rückmeldungen von Anwohnern und Anwohnerinnen gegeben, erklärt André Hermenau vom Vorstand der Initiative Neustadt.

Über 4000 Autos täglich

Zwischen 4000 und 4500 Autos täglich passieren diese Strecke laut einer Verkehrszählung vom Sommer 2022 – wobei die Zählung in der Ferienzeit stattfand, und es sonst sicher noch mehr Fahrzeuge seien, meint Hermenau. Und das Verkehrsaufkommen wird voraussichtlich noch einmal deutlich ansteigen, wenn die Johannisstraße geöffnet und der Weg über die „Insel“, Godehardsplatz und Gelber Stern zur Ausweichstrecke für die gesperrte Dammstraße wird.

Autos befahren den Gehweg

Der lebhafte Verkehr, die schmalen Gehwege, hohen Bordsteine und das unebene Kopfsteinpflaster machten es für Fußgängerinnen und Fußgänger gefährlich und schwierig, die Straße zu überqueren, erklärt Hermenau – doch dazu seien sie gezwungen, schon weil der Gehweg des Gelben Sterns auf einer Seite durch Treppen an den Hauseingängen teilweise so schmal wird, dass Rollstuhlfahrende oder Kinderwagen hier nicht passieren können.

Die Straße sei außerdem so eng, dass Autos manchmal den Gehweg befahren, um aneinander vorbeizukommen: für Fußgänger eine zusätzliche Gefahr. Seiner Frau sei es schon zwei Mal in Begleitung ihrer Kinder passiert, dass sie Autos auf dem Gehweg ausweichen musste, berichtet Hermenau. Das Kopfsteinpflaster sei zudem schlecht verfugt und daher besonders laut. Radfahrende wichen auf die glatteren Gehwege aus: „Ich verstehe das, aber es macht die Situation noch gefährlicher“, so Hermenau.

Aufgrund dieser Ausgangslage fordert die Initiative Neustadt zwei barrierefreie Fußgängerüberwege, am besten auf Höhe der Bordsteine gebaut. Zusätzlich sollen zwei Bodenschwellen am Godehardsplatz die Geschwindigkeit drosseln. Das Kopfsteinpflaster soll besser verfugt und leiser, für Radfahrende eine sicherere Lösung gefunden werden und ein zusätzliches Schild die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Kilometer pro Stunde sichtbarer machen.

Auch der Ortsrat fordert einen sicheren Überweg

Der Ortsrat hat sich bereits auf die Seite der Anwohner gestellt und sich die Forderung nach zumindest einem barrierefreien Überweg schon im September 2022 zu eigen gemacht: „Die Querungssituation ist nicht zu ertragen“, sagt Ortsbürgermeister Tobias Eckardt (SPD), zugleich auch im Vorstand der Initiative Neustadt. Da die Verwaltung das aber anders sah, hatte der Ortsrat im April 2023 einstimmig den Stadtrat aufgefordert, die Verkehrsplanung für die Strecke Gelber Stern und Godehardsplatz von der Wollenweberstraße bis zur Kreuzung Mühlengraben an sich zu ziehen. Das ist bisher jedoch nicht geschehen. In der Mehrheitsgruppe im Rat werde derzeit noch über den Inhalt eines Antrags an die Verwaltung diskutiert, so Tobias Eckardt.

Mit einem Haushaltsbegleitbeschluss wurden immerhin bereits 10 000 Euro in diesem Jahr für die Planung eines Fußgängerüberwegs bereitgestellt. „Politische Beschlüsse müssen auch umgesetzt werden“, betont Eckardt. Bei der Planung werde es darum gehen, dem Wunsch der Politik nach einer besseren Querungsmöglichkeit für Fußgänger Rechnung zu tragen, teilt die Stadt dazu mit. Begonnen werde aber erst, wenn die Straßenbauplanung Kapazitäten dafür habe. Wann das sein könnte, lasse sich noch nicht sagen.

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