Metallgießerei Funke

Insolvente Gießerei im Kreis Hildesheim gewinnt neue Aufträge und hofft auf Investoren

Röllinghausen - Die Metallgießerei Funke hat schon erste Interessenten für eine Übernahme angelockt. Der vorläufige Insolvenzverwalter Ingo Thurm zeigt sich zuversichtlich, dass es dauerhaft weitergeht – das sind die Gründe.

Der Insolvenzverwalter untermauert Hoffnungen auf eine Fortsetzung des Betriebs bei der Metallgießerei Funke. Foto: Thomas Jahns

Röllinghausen - Die Chancen der Metallgießerei Funke, den Betrieb trotz der Insolvenz dauerhaft fortsetzen zu können, steigen offenbar. Das geht aus einer Erklärung des vorläufigen Insolvenzverwalters Ingo Thurm von der Kanzlei Pluta in Hannover hervor. Der Sanierungsexperte zieht damit knapp sechs Wochen nach dem Insolvenzantrag des Traditions-Unternehmens aus dem Alfelder Ortsteil Röllinghausen eine erste Zwischenbilanz.

Gehälter wieder selbst erwirtschaften

„Der Zuspruch der Kunden und Geschäftspartner ist äußerst positiv“, berichtet Thurm. Und das äußert sich auch ganz handfest: „Wir haben seit der Stellung des Insolvenzantrages in erheblichem Umfang neue Aufträge generiert“, berichtet der vorläufige Insolvenzverwalter. Die aktuelle Auftragslage sei so gut, dass die Metallgießerei Funke schon jetzt bis Ende März nächsten Jahres durchfinanziert sei. Der Geschäftsbetrieb laufe daher „uneingeschränkt“ weiter.

Das reguläre Insolvenzverfahren bei Funke soll im Januar beginnen. Dann muss das Unternehmen die Löhne und Gehälter der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die derzeit Insolvenzgeld von der Agentur für Arbeit bekommen, wieder selbst erwirtschaften und kann das laut Thurm auch. „Damit haben sowohl die Kunden als auch die Mitarbeiter Planungssicherheit für die nächsten Monate“, heißt es in Thurms Mitteilung weiter-

Suche ohne Zeitdruck

Der vorläufige Insolvenzverwalter und sein Team haben inzwischen den sogenannten Investorenprozess eingeleitet – ein Verfahren, in dem sie potenzielle neue Gesellschafter – ob für eine anteilige oder vollständige Übernahme des Unternehmens – suchen. Dafür hat Thurm ein Beratungsunternehmen für Fusionen und Übernahmen (Englisch: M&A; Mergers and Acquisitions) hinzugezogen. Auch das läuft offenbar sehr gut an, berichtet der vorläufige Insolvenzverwalter: „Es gibt schon erste Interessenten, von denen auch ein potenzieller Investor bereits im Betrieb vor Ort war. Wir sind zuversichtlich, dass wir einen Investor finden.“

Dabei herrsche aufgrund der guten Auftragslage kein Zeitdruck – weder für die Metallgießerei Funke und ihren vorläufigen – oder ab Januar nächsten Jahres dann regulären – Insolvenzverwalter noch für eventuelle Interessenten. „Diese können ihre Kaufangebote im neuen Jahr abgeben“, sagt Thurm dazu. Er werde mit seinem Team „alle Angebote umfassend prüfen und gemeinsam mit dem vorläufigen Gläubigerausschuss darüber beraten“.

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