Hildesheim - Wie geht es nach dem Insolvenzantrag von Galeria Karstadt Kaufhof weiter mit der Hildesheimer Filiale? Diese Frage beschäftigt viele Menschen in Stadt und Umland, lässt sich aber noch nicht beantworten. Allerdings gibt es neue Hinweise darauf, wie es nicht weitergehen dürfte.
Die Liste von Buero.de
Denn der Detmolder Online-Händler Buero.de möchte 47 der verbliebenen 131 deutschen Galeria-Filialen übernehmen. Chef Markus Schön zeigte sich dabei explizit interessiert an Filialen „in mittelgroßen Städten“. Ein Großteil dieser Filialen sei „zwar nicht profitabel, aber das kann man ändern“. Eine Liste der betreffenden Standorte liegt dem Nachrichtensender ntv vor – und Hildesheim steht nicht darauf. Aufgeführt sind hingegen unter anderem die Warenhäuser in Celle, Goslar und Göttingen.
Und Hildesheim? Galeria-Chef Miguel Müllenbach hatte nach dem zweiten Insolvenzantrag in gut zwei Jahren erklärt, mindestens ein Drittel aller Filialen müsse geschlossen werden. Würde Galeria mit Buero.de handelseinig werden, wäre die Warenhaus-Kette tatsächlich ein Drittel ihrer Standorte los – wobei unklar ist, ob das dann die Filialen wären, die man ohnehin nicht mehr haben will.
Die Spur führt zu René Benko
Unsicher ist zudem, welche Rolle die Eigentumsverhältnisse der Standorte spielen. HAZ-Recherchen zufolge ist die Hildesheimer Immobilie seit 2020 im Besitz der Firma KH Hildesheim S. C. S. mit Sitz in Luxemburg. Diese wiederum gehört zu 100 Prozent der Kaufhof Hildesheim GmbH mit Sitz in Frankfurt. Ausweislich des Unternehmensregisters war einzige Gesellschafterin der Kaufhof Hildesheim GmbH im Jahr 2020 die Horten GmbH mit Sitz in Köln – offenbar ein Nachfolge-Unternehmen jener Kaufhauskette, aus der Kaufhof einst hervorging. Zugleich heißt es dort aber auch, die Kaufhof Hildesheim GmbH werde im Rahmen ihrer „Konzernzugehörigkeit“ in den Jahresabschluss der Signa Prime Selection AG mit Sitz in Innsbruck einbezogen. Sie gehört also letztlich dem Konzern des Galeria-Eigners René Benko. Der Österreicher hat also ein Interesse daran, dass in dem Gebäude an der Fußgängerzone weiter Betrieb herrscht – ob durch Galeria oder einen anderen Mieter.
Entgegen landläufiger Vermutungen und anders als andere Filialen steht das Gebäude nach Angaben der Stadt nicht unter Denkmalschutz, auch die markante „Hortenkachel“-Fassade nicht. Was wiederum jedwedem Eigentümer oder Nutzer eine Flexibilität bringt, die er nicht an jedem früheren Kaufhof-Standort hat.
