Solarpotenzialkataster

Ist mein Dach für Photovoltaik geeignet? – Kataster liefert Antwort für jedes Haus im Kreis Hildesheim

Kreis Hildesheim - Ein neues Online-Kataster der Klimaschutzagentur zeigt für jedes Dach im Landkreis Hildesheim das Potenzial an, das es für die Energiegewinnung hat: So funktioniert das Angebot.

Photovoltaikanlagen sind in der Energiekrise begehrt. Foto: Chris Gossmann

Kreis Hildesheim - Von Erdgas möchte niemand mehr abhängig sein. Deshalb denken immer mehr Hauseigentümerinnen und -eigentümer darüber nach, durch Sonnenstrom aus einer eigenen Photovoltaikanlage unabhängiger bei der Energieversorgung zu werden. Die Nachfrage ist größer denn je, die Anbieter können sie kaum noch zeitnah bedienen. Nun bietet die Klimaschutzagentur Landkreis Hildesheim im Internet ein niedrigschwelliges Hilfsmittel, das eine erste Orientierung geben soll: Das Solarpotenzialkataster bewertet für jedes Gebäude die Ausgangslage für die Nutzung von Photovoltaik (Stromerzeugung) oder Solarthermie (Wärmegewinnung für Heizung oder Warmwasser).

Laserscan aus Flugzeug liefert die Daten

Dem Solarkataster liegt ein dreidimensionales Oberflächenmodell zugrunde. Ein Laserscan lieferte die Daten dafür von Flügen über das Hildesheimer Land. Das Modell bildet die Dachflächen in ihrer Ausrichtung ab, berechnet außerdem die Neigung und berücksichtigt eventuelle Verschattungen. In die Berechnung des Solarpotenzials fließen außerdem Mittelwerte für die jährliche Sonneneinstrahlung in der Region ein. Aus den genannten Faktoren ergibt sich dann eine erste Einschätzung, welches Potenzial für die Gewinnung von Strom oder Wärme auf den einzelnen Dachflächen schlummert.

Und dieses Potenzial ist beachtlich, wie die Klimaschutzagentur erläutert: Von knapp 193 000 Gebäuden im Kreis Hildesheim (Stand 2016) seien bis zu 78 Prozent entweder für die Gewinnung von solarer Wärme oder für die Stromerzeugung geeignet. Insgesamt könnten auf allen geeigneten Dächern Solarmodule mit einer Gesamtfläche von mehr als 10 Millionen Quadratmetern installiert werden. Das würde Energiekosten sparen, wenn sich die Investitionen amortisiert haben – und der Atmosphäre laut Agentur pro Jahr knapp 670 Millionen Kilogramm Kohlendioxid ersparen.

Digitale Landkarte

Wer das Kataster nutzt, gelangt über eine digitale Landkarte zu jeder Immobilie und erkennt an der Färbung der Dachflächen ihre Eignung für Photovoltaik oder Solarthermie. Beim Klick auf die Dachfläche werden vorläufige Ergebnisse und ein Link zum Ertragsrechner angezeigt. Im Schnelldurchlauf kommen Nutzerinnen und Nutzer zu einem ersten Ergebnis und können abschätzen, welches Potenzial ihr Dach für die Energiegewinnung hat.

Bei der detaillierten Berechnung gibt es außerdem die Möglichkeit, den individuellen Bedarf eines Haushalts einzugeben – etwa, ob man mit dem eigenen Solarstrom eine Wärmepumpe betreiben oder ein E-Auto betanken möchte und ob die Anschaffung eines Batteriespeichers geplant ist. Das Ergebnisprotokoll des Solarpotenzialkatasters liefert Angaben zu Kosten und Amortisationszeit der Anlage sowie zur Wirtschaftlichkeit über 20 Jahre. Darüber hinaus wird die jährliche Kohlendioxid-Einsparung genannt.

Alle Daten sind als Näherungswerte zu sehen, die im Einzelfall abweichen können. „Gerade in der jetzigen Zeit mit der enormen Nachfrage nach Beratung kann das Solardachkataster eine erste Orientierung geben“, sagt der Geschäftsführer der neutralen Klimaschutzagentur, Martin Komander. „Die Beratung durch einen Experten wird damit nicht ersetzt.“

Die Agentur will den Klimarechner in Zukunft noch mit Modulen zu anderen Energiethemen erweitern. Zeitnah soll ein Gründachpotenzialkataster an den Start gehen – denn die Begrünung von Dächern soll gefördert werden.

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