Hildesheim - Auch am Montag haben Dutzende Autofahrer die Sperrung in der Kardinal-Bertram-Straße ignoriert. Und das, obwohl die Polizei am Freitag erstmals Verwarnungen über je 50 Euro an all jene verteilt hatte, die trotz des Durchfahrtsverbotes ohne triftigen Grund zwischen Eckemekerstraße und Michaelisstraße unterwegs waren.
Innerhalb von 90 Minuten schrieben die Polizisten 40 Strafzettel – also fast im Zwei-Minuten-Takt einen. Autofahrer, müssten bei Verstößen auch künftig damit rechnen, zur Kasse gebeten zu werden, kündigt Polizeisprecher Jan Makowski an.
Kampfmittelexperten haben keine Hinweise auf Bomben gefunden
Die Stadtentwässerung (SEHI) will in der Kardinal-Bertram-Straße Hausanschlüsse erneuern. Dafür ist ein Teil der Straße seit Montag vergangener Woche gesperrt, seither dürfen dort nur Anlieger und Busse fahren.
Viele Autofahrer scheren sich allerdings nicht um die entsprechenden Hinweisschilder: Eine Kampfmittelexpertin, die das Gelände zum Auftakt der Arbeiten auf Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg untersucht hatte, fühlte sich gleich mehrfach von Autofahrern in Gefahr gebracht.
Trotz Strafen: Viel Verkehr
Darauf rückte zunächst Polizist Michael Hartleib, der Kontaktbeamte für das Viertel, in der Kardinal-Bertram-Straße an, um Falschfahrer zurechtzuweisen. Am Freitag dann bekam Hartleib Unterstützung von zwei Kollege. Und diesmal beließen es die Polizisten, die zwischen 8 Uhr und 9.30 Uhr im Einsatz waren, nicht bei mündlichen Ermahnungen, sondern verhängten Verwarngelder über jeweils 50 Euro.
Die Botschaft ist allerdings nicht bei allen angekommen. Denn auch am Montag rauschte – gerade im Berufsverkehr am Morgen – wieder ein Auto nach dem anderen durch die Baustelle. In der haben jetzt die Erdarbeiten begonnen, nachdem die Kampfmittelexperten keine Hinweise auf Bomben gefunden hatten.
Stadtentwässerung wünscht sich weitere Einsätze der Polizei
Bei diesem Verkehrsaufkommen aber seien die Bauarbeiter gefährdet, ärgert sich SEHI-Bereichsleiter Michael Ködding: „Wir haben die Sperrung bei der Stadt aus guten Gründen beantragt.“ Die vielen Verstöße gegen das Durchfahrtverbot erschwerten die Arbeiten.
Was bedeutet: Diese könnten langsamer vorankommen. Kein Wunder also, dass sich Ködding weitere Verwarngeld-Einsatz der Polizei wünscht. Die verschließt sich diesem Wunsch auch nicht: Autofahrer müssen „weiterhin mit einer Ahndung rechnen“, sagt Pressesprecher Makowski.
