Hildesheim - Es war schon fast eine Selbstverständlichkeit geworden: Seit mehreren Wochen hielten Gegner der Beschränkungen, die mit der Corona-Pandemie einhergehen, jeden Sonnabendvormittag auf der Lilie eine Kundgebung ab, in der Regel kamen dort etwa 80 Menschen zusammen.
An diesem Samstag allerdings herrschte auf dem Platz hinter dem Rathaus nahezu gähnende Leere – abgesehen von je drei jungen Frauen und Männern, die es sich gegen 10.30 Uhr mit Kaffee auf der Mitte der Fläche gemütlich machten.
„Aufgewacht Hildesheim“ pausiert auf Decken im Ehrlicher-Park
Die Gruppe gehörte allerdings keineswegs zum Bündnis „Aufgewacht Hildesheim“, das hinter den bisherigen Samstag-Kundgebungen steckt, sondern zum Sozialistisch-Demokratischen Studierendenverband Hildesheim (SDS). Und der wollte den Gegnern der Corona-Auflagen die Lilie nicht ein weiteres Mal überlassen, um dort „rechtes Gedankengut, irrationale Panikmache und Verschwörungsmythen“ zu verbreiten, wie es in einer Erklärung des SDS heißt. Dessen Vertreter waren „Aufgewacht Hildesheim“ mit der Anmeldung ihrer Kundgebung, die mehr ein Sit-In war, bei der Stadt bewusst zuvorgekommen, wie eine SDS-Sprecherin der HAZ sagte.
Die Corona-Maßnahmen-Kritiker hatten ihr Treffen daher kurzfristig in den Ehrlicher-Park verlegt. Das hatte sich aber nicht bei allen Anhängern herumgesprochen: Knapp 10 Menschen zumeist mittleren Alters standen am Samstagvormittag am Rand der Lilie und wunderten sich offenkundig, was dort vor sich geht. An der Ausweich-Veranstaltung im Ehrlicher-Park nahmen knapp 50 Personen teil.
