Hildesheim - Drei Mitglieder der Ortsgruppe von Extinction Rebellion (abgekürzt XR) sind am Sonntagnachmittag nach einer Aktion am Jobcenter von der Polizei vorläufig festgenommen worden. Zwei Klimaschützer räumten ein, das Gebäude mit einem Schriftzug versehen und Plakate aufgestellt zu haben. Die Beamten entdecken bei ihnen unter anderem Sprühdosen und eine Kamera. Ob sich die Aktivisten wegen Sachbeschädigung verantworten müssen, steht noch nicht fest.
Substanz der Fassade beschädigt?
Dies hänge davon ab, ob die Substanz der Fassade beschädigt sei oder sich die Farbe mit einfachen Mitteln entfernen lasse, sagte ein Polizeisprecher der HAZ. Nach seinen Angaben setzen die Klimaschützer Sprühkreide ein; diese lasse sich in der Regel leicht entfernen. Die Polizei prüfe aber noch, ob das auch diesem Fall so sei, die Ermittlungen liefen noch. Die XR-Mitglieder durften noch am Nachmittag wieder gehen.
Vorbeifahrende Autofahrer hatten der Polizei gegen 15 Uhr gemeldet, dass sich mehrere Personen an der Jobcenter-Fassade neben der Kaiserstraße zu schaffen machen und dort Plakate anbrächten. Die Beamten rückten darauf mit mehreren Streifenwagen an und stießen vor Ort auf mehrere XR-Vertreter. Einer von ihnen versuchte wegzulaufen, kam aber nicht weit.
An der Wand steht „Nature strikes back“ – Die Natur schlägt zurück
An der Gebäudewand prangte der Schriftzug „Nature strikes back“, zudem lehnten an der Fassade Plakate – unter anderem mit der Aufforderung, „jetzt“ zu handeln, damit Deutschland bis 2025 klimaneutral werde. Das Jobcenter war im vergangenen Jahr wegen seiner Steingärten, die nicht im Einklang mit der niedersächsischen Bauordnung stehen, öffentlich in die Kritik geraten.
Die Aktion der Hildesheimer Aktivisten steht im Zusammenhang „einer dezentralen Aktionswelle gegen klimafeindliche Wirtschaftspolitik“, wie es in einer Pressemitteilung der Hildesheimer Ortsgruppe heißt. Die kritisiert darin, dass der Staat wegen der Corona -Krise millardensschwere Hilfspakte für die Wirtschaft auf den Weg bringe, aber nicht die Chance für einen klima-, sozial- und artengerechten Neustart nutze.
