Flüchtlinge

Kreis Hildesheim muss weniger Flüchtlinge aufnehmen – Sporthalle wird bald nicht mehr als Notunterkunft gebraucht

Alfeld - Der Landkreis Hildesheim bekommt vom Land inzwischen weniger Flüchtlinge zugewiesen. Zudem finden sich offenbar mehr private Wohnungsvermieter. Die Folge: Bald dient keine Sporthalle mehr für die Unterbringung.

Erst Impfzentrum, dann Flüchtlingsunterkunft - und ab Sommer wieder einfach Sporthalle? Die Willi-Nikulka-Halle in Alfeld. Foto: Jan Linkersdörfer (archiv)

Alfeld - Noch vor wenigen Wochen wurde diskutiert, ob der Landkreis die Sporthalle der Kooperativen Gesamtschule (KGS) Gronau als Notunterkunft für Flüchtlinge nutzt. Dazu kam es am Ende nicht – und inzwischen zeigt der Trend offenbar in eine ganz andere Richtung: Ende März ziehen die letzten Flüchtlinge aus der Willi-Nikulka-Sporthalle in Alfeld aus, die der Landkreis bereits seit September 2022 und damit seit anderthalb Jahren als Notunterkunft eingesetzt hatte.

Umzug in Wohnungen

Damit wird nach jetzigem Stand ab April keine Sporthalle des Landkreises mehr zu Unterbringung von Flüchtlingen genutzt. Neben Alfeld war dies zeitweise auch in Sarstedt der Fall gewesen, wo Geflüchtete wechselweise in den Hallen des Gymnasiums und der Schiller-Oberschule unterkamen.

44 der 80 Plätze in der Willi-Nikulka-Halle an der Alfelder Schulrat-Habermalz-Schule sind nach Angaben der Kreisverwaltung aktuell noch belegt. Doch die betreffenden Bewohnerinnen und Bewohner können in den nächsten Wochen in Wohnungen im gesamten Kreisgebiet umziehen, berichtet Pressesprecherin Birgit Wilken.

Wieder Sport in der Halle

Nach dem Auszug der Flüchtlinge stünden einige Instandsetzungsarbeiten in dem Gebäude an. Vom nächsten Schuljahr an soll die Halle wieder für den Schulsport zur Verfügung stehen. „Ich freue mich sehr, dass wir jetzt in der Lage sind, der Schule und den Vereinen ihre Sportstätte nach einer sehr langen Phase des Verzichts wieder zurückgeben zu können“, erklärte Landrat Bernd Lynack (SPD).

Mit dem Umzug in Wohnungen ende zudem für die Geflüchteten eine Situation mit wenig Privatsphäre. „Mit dieser Lösung werden außerdem die Kapazitäten unserer bestehenden Großunterkünfte nicht eingeschränkt“, betonte der Landrat – da eben die Bewohnerinnen und Bewohner der Notunterkünfte in privat vermietete Wohnungen ziehen würden und folglich nicht in vom Landkreis angemietete Hotels, Gaststätten oder sonstigen Immobilien.

Zuweisung reduziert

Grund zur Entspannung gebe es allerdings trotzdem nicht, mahnte Lynack: Weil nach wie vor Flüchtlinge kämen, würden „weiterhin Unterbringungsmöglichkeiten gesucht, die kurzfristig zu realisieren sind“. Besonders gefragt sei außerdem unverändert privater Wohnraum. Tatsache ist allerdings: Derzeit weist das Land dem Landkreis pro Woche nur noch 14 Flüchtlinge zu – vor Weihnachten waren es 24. „Dadurch füllen sich die bestehenden Kapazitäten langsamer“, heißt es aus dem Kreishaus.

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