Kreis Hildesheim - Vor kurzem hat die CDU-Kreisvorsitzende Laura Hopmann angekündigt, sich angesichts ihrer andauernden Erkrankung in die zweite Reihe zurückzuziehen. Als Nachfolger schlägt die 33-Jährige den bisherigen Schatzmeister Dennis Münter vor. Der erhält aus der Partei Zuspruch, es gibt aber auch Kritik am Prozedere: Er hätte sich mit Blick auf den anstehenden Parteitag in Hönze ein „ergebnisoffenes Verfahren“ für die Neuaufstellung des Kreisverbandes gewünscht, sagt Justus Lüder, der als Beisitzer im CDU-Kreisvorstand sitzt.
Hopmann hat einen Vorschlag gemacht, wie der neue CDU-Vorstand aussehen könnte
Hopmann ist seit mehreren Monaten erkrankt; wann sie wieder in den Politikbetrieb zurückkehrt, steht noch nicht fest. In der Partei herrschte daher lange Rätselraten, ob die 33-Jährige aus der Samtgemeinde Leinebergland Anfang November in Hönze erneut für das Amt der Vorsitzenden kandidiert.
Vor kurzem beendete Hopmann die Spekulationen: In einer E-Mail an die Miglieder kündigte sie ihren Rückzug von der Parteispitze an, erklärte sich aber bereit, für einen der Stellvertreter-Posten anzutreten. Als Nachfolger an der Parteispitze brachte sie Dennis Münter ins Spiel; der Hildesheimer Stadratsfraktionschef gehört dem Vorstand bislang als Schatzmeister an. Als weitere Stellvertreter schlägt Hopmann Max Dettmar, Sandra Flake (beide sind bereits jetzt Vize-Vorsitzende) und den Giesener Bürgermeister Frank Jürges vor.
Sowohl Hopmann als auch Münter betonten, dass es sich nur um ein Angebot handele; die Entscheidung obliege den Teilnehmern am Kreisparteitag. Aus der Partei gab es bislang keine öffentlichen Reaktionen auf den Vorschlag; auch in der CDU-Kreisgeschäftsstelle ist noch nichts angekommen. Münter berichtet von Zuspruch, aber auch von Kritik am Verfahren. So fühlten sich manche Mitglieder angesichts des Personalvorschlags nicht mitgenommen, sagte der 46-Jährige auf Anfrage der HAZ. Doch das sei aufgrund der besonderen Lage durch Hopmanns Erkrankung und deren Folgen auch nicht möglich gewesen. „Das ist eine einmalige Situation, so etwas gab es noch nie.“ Er sei froh, gemeinsam mit Hopmann diesen Weg gefunden haben; es gehe schließlich darum, den CDU-Kreisverband wieder neu aufzustellen.
Lüder findet: Hopmann hätte keinen Vorschlag machen sollen
Das sieht Beisitzer Lüder genauso. Grundsätzlich könne auch jeder jeden vorschlagen, sagte der Kreistagabgeordnete aus Lamspringe der HAZ. Er finde es aber nicht gut, dass Hopmann nun ihre Vorstellungen präsentiert hat: Sie habe sich bereits vor längerem zurückgezogen, wisse daher vielleicht gar nicht um neue Entwicklungen oder eventuelle Ambitionen mancher Mitglieder. Seine Kritik richte sich nicht gegen Münter als Person, sondern gegen das Verfahren, betonte Lüder: „Ich finde nicht gut, dass so etwas vorweggenommen wird.“
Doch heißt das, dass Münter mit einem Gegenkandidaten rechnen muss? Er wisse bislang von keinem, sagte Lüder, schloss aber nicht aus, dass sich das noch ändern könnte – wobei er selbst keine Ambitionen habe, wie er betonte. Auch Münter hat bislang nichts von möglichen Bewerbern oder anderen Personalvorstellungen gehört. Falls es die gebe, sei das eben so. „Wir haben einen Vorschlag gemacht, das steht anderen auch offen.“ Die Entscheidung liege in den Händen der Mitglieder.
Posten-Verlust droht: Was macht Katy Renner-Köhne?
Unklar ist noch, wie sich Katy Renner-Köhne verhält. Sie war vor zwei Jahren neu als stellvertretende Vorsitzende in den Kreisvorstand gewählt worden und müsste ihren Platz jetzt für Hopmann oder Jürges räumen. Viele Parteimitglieder hätten sie gefragt, ob sie bereit wäre, erneut zu kandidieren, sagte die Hildesheimerin der HAZ: „Ich habe das noch nicht beantwortet. Wir müssen zunächst sehen, welche Alternativen bestehen, und welche Alternative am besten für die CDU ist.“
Die Besetzung Münter/Hopmann sei lediglich ein Vorschlag der Beteiligten, bisher gibt es keinen einheitlichen Vorschlag des geschäftsführenden oder des erweiterten Vorstandes. Renner-Köhne sitzt wie Lüder im Kreistag, sie gehört dort wie dieser dem Lager um Fraktionschef Friedhelm Prior und Dirk Bettels an.



