Nordstemmen - Einen Herbstspaziergang auf dem dicht bewaldeten Marienberg bei saftigem Obstkuchen und einer Tasse Kaffee ausklingen lassen? Damit ist nun Schluss.
Das Café im Innenhof der Marienburg hat Sonntag zum letzten Mal seine Türen geöffnet – für viele Besucher und Besucherinnen ein Grund, noch einmal einen Ausflug zu dem Kulturdenkmal mit einer gemütlichen Kaffeepause zu verbinden.
Öffnung des Schlosses liegt in weiter Ferne
Wegen baulicher Mängel sind weite Teile des unweit von Nordstemmen über der Leine thronenden Märchenschlosses bereits seit mehr als einem Jahr für den Publikumsverkehr nicht mehr zugänglich und können nur noch virtuell besichtigt werden.
Die Sanierung der Ende 2019 aus dem privaten Besitz der Welfen in eine Stiftung überführten Anlage dürfte dem auf der Stiftungs-Homepage veröffentlichten Bautagebuch zufolge nicht vor 2031 abgeschlossen sein. Neben dem Schlosspark blieben Ausflüglern und Touristen bislang der Schlosshof und die im Nordflügel untergebrachte Gastronomie.
Gäste sind traurig über Schließung
Auch wenn sich die Sonne rar macht: das Wetter am vorerst letzten Öffnungstag ist mild. Die Tische im malerischen Außenbereich sind zu einem großen Teil besetzt. Deutsche und englische Wortfetzen sind zu hören.
Die Marienburg zieht Einheimische wie Touristen an. So haben sich Mona und Carsten Friedrich aus Burgstemmen die „tolle Location“ ausgesucht, um mit der Oma den Geburtstag ihres Sohnes nachzufeiern. Es sei „bitter“, dass das beliebte Café bis auf weiteres geschlossen bleiben wird, meint Mona Friedrich. Das sieht auch Dirk Schywek so.
„Eigentlich müsste das Café das ganze Jahr über auf sein“, findet der Nordstemmer das Aus über die Wintermonate „schade“. Er macht „dann und wann“ zu Fuß oder mit seinem Motorrad einen Abstecher zum Schloss. Das Ambiente sei auch im Winter schön, sagt er, während er in der langen Schlange vor dem Tresen auf seinen Latte Macchiato wartet.
„Maxton Hall“-Fans machen Selfies vor Kulisse
Die Eventagenur Pohlposition, seit August am Drehort der Teenie-Serie „Maxton Hall“ für das gastronomische Angebot zuständig, und die Stiftung Schloss Marienburg hatten den zunächst auf zwei Monate befristeten Pachtvertrag um einen Monat bis Ende Oktober verlängert. Hintergrund der Befristung waren Zweifel, ob sich der Cafébetrieb in der kalten Jahreszeit rechnen würde.
„Wir kommen wegen Maxton Hall“, erzählt Simone Blaskowitz und ergänzt: „Schade, dass die Marienburg geschlossen ist.“ Die Hannoveranerin hat mit ihren zwei Töchtern im Teenie-Alter und deren Freundin soviel wie möglich vom Schauplatz der Young-Adult-Serie erkundet.
Vorerst wohl nur Außenanblick
Die Serienfans haben jede Menge Fotos und Selfies geschossen. Der Café-Besuch ist nun quasi nur noch das i-Tüpfelchen, ein kleiner Bonus – wie für viele andere Fans der in England spielenden Erfolgsserie auch. Durch den Neustart in der Gastronomie stand „Maxton Hall“-Fans wie allen anderen Schlossbesuchern bis dato zumindest der Schlosshof offen.
Es könnte sein, dass Ausflüglern mit Schließung des Cafés nur noch der Blick von außen bleibt. Die Öffnung des Innenhofs war erst in Verbindung mit dem neuen gastronomischen Angebot wieder möglich geworden.

