Verschärfte Vorgaben

Diese Regeln gelten ab Montag in Schulen und Kitas im Kreis Hildesheim

Hildesheim - Weil der Corona-Inzidenz-Wert für den Raum Hildesheim weiterhin hoch ist, gelten ab Montag in Schulen verschärfte Schutzvorschriften. Auch für Kitas könnte es Veränderungen geben. Der Landkreis äußert sich am Samstag zu den Vorgaben.

Ab der fünften Klasse gilt Maskenpflicht – auch in Schulen im Kreis Hildesheim. Foto: Gregor Fischer/dpa

Hildesheim - Weil die Infektionsrate mit dem Coronavirus in Stadt und Kreis Hildesheim weiterhin hoch ist, gelten vom kommenden Montag an neue verschärfte Verhaltensregeln für alle allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen. Dies betrifft sowohl die öffentlichen Schulen als auch die Schulen in freier Trägerschaft einschließlich der Internate sowie alle Schulen für andere als ärztliche Heilberufe, die Tagesbildungsstätten sowie Landesbildungszentren.

Mit Beginn der neuen Woche, also ab 2. November, muss nun im Unterricht durchgängig ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Darauf hat am Sonnabend das Hildesheimer Gesundheitsamt verwiesen und beruft sich auf die neue Corona-Verordnung des Landes Niedersachsen. Die Maskenpflicht gilt, sobald der Inzidenzwert die Marke von 50 überschritten hat. Am Samstag hatte Hildesheim einen Wert von 133,8 erreicht.

Ausnahme nur mit Attest

Nicht betroffen ist hingegen der Primarbereich für die jüngsten Schulkinder. Von der Maskenpflicht befreit sind darüber hinaus nur Menschen, die ein aktuelles ärztliches Attest vorlegen können. An ein solches Attest zur Befreiung von der Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung seien allerdings konkrete Voraussetzungen gebunden, betont der Landkreis in einer am Sonnabend veröffentlichten Erklärung.


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In der Bekanntmachung heißt es weiter: Die Mund-Nasen-Bedeckung kann im Unterricht kurzzeitig abgenommen werden, wenn dies zwingend für die Unterrichtsziele erforderlich ist, so zum Beispiel im Sprachunterricht oder in Schulen in dem Förderschwerpunkt Sprache.

Unterricht nach Wechselmodell

Weil der Inzidenzwert im Landkreis Hildesheim sogar über der Marke von 100 liegt, müssen alle Schulen, an denen das Gesundheitsamt eine Infektionsschutzmaßnahme für mindestens eine gesamte Klasse oder einen Stufenkurs angeordnet hat, automatisch vollständig in das Unterrichts-Szenario B (Schule im Wechselmodell) gehen. Das bedeutet in der Praxis: Unterricht mit geteilten Klassen abwechselnd zu Hause und in der Schule. In der Regel dürfen maximal 16 Schüler im Klassenraum sein.

Das Gesundheitsamt will die Schulleitungen schnellstmöglich über die jüngsten Neuerungen informieren, damit diese wiederum die Eltern informieren können.

Kein Ganztagsunterricht

Dies hat zum Beispiel die Regenbogenschule in Sarstedt bereits getan. In einem Schreiben an die Eltern teilt Schulleiterin Marion Heuer mit, dass die Schule ab Montag für mindestens zwei Wochen in den Wechselunterricht geht. Zudem werde es Lehrerwechsel geben, da die jeweiligen Lehrer immer nur mit einer „Kohorte“ zu tun haben sollen.

Über die Klassenlehrer erführen die Eltern, welches Kind an welchem Tag Unterricht in der Schule habe. Für die Tage dazwischen bekämen die Kinder kleine Aufgaben. Dies gelte auch für Kinder in Quarantäne. Einen regulären Ganztagesbetrieb werde es ab kommender Woche nicht mehr geben, eine Notfallbetreuung nur in kleinstem Umfang. Und auch das Mittagessen werde ab Dienstag ausfallen müssen. Damit wird deutlich, vor welche organisatorischen Herausforderungen die Schulen gerade gestellt sind.

Auch alle anderen Schulen in Sarstedt starten ab Montag mit halben Klassen: Dazu gehören die Kastanienhofschule, die Schiller-Oberschule und das Gymnasium Sarstedt.

Das sind die Regeln in Kitas

Auch in Kindertageseinrichtungen kann das Gesundheitsamt bei einem Inzidenzwert von mehr als 100 den Betrieb einschränken und einen Ablauf nach dem Szenario-B-Plan einfordern. „Das wäre zum Beispiel dann der Fall, wenn für eine gesamte Gruppe und nicht nur für einzelne Kinder oder für einzelne Beschäftigte eine häusliche Quarantäne angeordnet wurde“, so der Landkreis am Sonnabend.

Die Anordnung des eingeschränkten Betriebs liegt im Ermessen des Gesundheitsamtes und ist eine „Kann“-Regel, aber keine automatische Folge. Im eingeschränkten Betrieb gilt immer das Prinzip der strengen Gruppentrennung. Offene Gruppenkonzepte sind dann untersagt. Eine Betriebsuntersagung und Notbetreuung (Szenario C) kann das Gesundheitsamt nur anordnen, wenn andere Infektionsschutz-Maßnahmen nicht mehr ausreichen.

In einem solchen Fall würden die betroffenen Kitas und Gemeinden vom Gesundheitsamt schnellstmöglich informiert, damit sie wiederum die Eltern informieren können.

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