Coronavirus

Massiver Corona-Anstieg in Hildesheimer Nachbarkreis – das steckt dahinter

Baddeckenstedt/Kreis Wolfenbüttel - Binnen drei tagen hat sich der Kennwert im Kreis Wolfenbüttel mehr als verdoppelt. Doch bildet das wirklich die Realität ab? Jetzt bezieht der Landkreis Stellung.

Der aktuelle Inzidenzwert bildet die tatsächliche Corona-Lage im Kreis Wolfenbüttel nicht ab, versichert ein Sprecher. Foto: dpa

Baddeckenstedt/Kreis Wolfenbüttel - Der Corona-Inzidenzwert für den Landkreis Wolfenbüttel ist in den vergangenen tagen regelrecht explodiert. Lag die Sieben-Tage-Inzidenz für Neuinfektionen mit dem Virus noch Anfang dieser Woche bei rund 1100 und damit deutlich niedriger als im Landkreis Hildesheim und anderen umliegenden Landkreisen, stieg er in den vergangenen Tagen rasant an. Am Freitag erreichte er mit 2725 seinen bisherigen Höchststand. 1010 Neuinfektionen meldete der Landkreis dem Robert-Koch-Institut (RKI) am Donnerstag. Gemessen an der Einwohnerzahl würde das weit mehr als 2000 neuen Fällen an einem Tag im kreis Hildesheim entsprechen.

Die Realität bildet das allerdings nicht ab, betonte Pressesprecher Andree Wilhelm jetzt auf HAZ-Nachfrage. Vielmehr offenbart die jüngste Entwicklung im Kreis Wolfenbüttel offenbar, wie unzuverlässig lokale Inzidenz-Angaben bisweilen sein können – auch wenn sich diese Effekte auf Bundes- und Landesebene weitgehend ausgleichen dürften.

Bald wieder realistisch?

Quintessenz: Bis Anfang der Woche waren die Zahlen für Wolfenbüttel zu niedrig, nun sind sie zu hoch. Der Landkreis löse gerade einen „Rückstau“ unbearbeiteter Fälle auf. Der sei entstanden, weil zum einen wie auch im Kreis Hildesheim die Bundeswehr-Helfer aus dem Gesundheitsamt abgezogen wurden, zum anderen mehrere behörden-Beschäftigte gleichzeitig erkrankten.

Das RKI ordnet die Fälle, die Wolfenbüttel nun nachmeldet, aber offenbar nicht den tatsächlichen Stichtagen zu. Der Landkreis Wolfenbüttel geht deshalb davon aus, dass sich die offiziellen Zahlen in der nächsten Woche wieder weder zu niedrig noch zu hoch ausfallen, sondern realistisch.

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