Schlimmster Ausbruch in Hildesheim

Mehr als 100 Corona-Fälle und mehrere Tote im Lambertinum

Hildersheim - Erneute Tests offenbaren massiven Anstieg der Infektionen unter Bewohnern und Mitarbeitern des großen Seniorenheims. Es gab bereits mehrere Todesfälle.

Die Lage im Hildesheimer Pflegeheim Lambertinum ist derzeit düster. Foto: Chris Gossmann

Hildersheim - Im Hildesheimer Seniorenheim Lambertinum haben sich zahlreiche weitere Bewohner und Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert. Es gab bereits mehrere Todesfälle. Die Gesamtzahl der Infizierten liegt nun über 100. Das ist das Ergebnis der Corona-Tests, die das Gesundheitsamt am Montag für alle Bewohner und Beschäftigten anberaumt hatte und für die nun die Resultate der Labor-Untersuchungen vorliegen.

„An“ oder „mit“ Corona?

Seit Beginn des Ausbruchs im Lambertinum vor gut einer Woche sind sechs Bewohner an oder mit ihrer Covid-19-Erkrankung verstorben. Eine Differenzierung, ob die einzelnen Personen infolge der Infektion gestorben sind oder ob diese nicht das auslösende Moment war, nimmt die Behörde nicht vor.

Im Landkreis liegt der Anteil der tatsächlichen Corona-Toten unter allen, die zum Zeitpunkt ihres Todes infiziert waren, allerdings insgesamt bei gut 70 Prozent. Es ist also davon auszugehen, dass mehrere Heimbewohner aufgrund ihrer Corona-Infektion gestorben sind.

Neue Fälle in Nordstemmen

Den Tests vom Montag zufolge haben sich inzwischen insgesamt 64 Bewohner und 38 Mitarbeiter angesteckt. Damit ist der Ausbruch im Lambertinum von den Infektionszahlen her der schlimmste in einem Altenheim in Stadt und Landkreis Hildesheim seit Beginn der Pandemie.

Ähnlich schwer traf es zu Jahresbeginn die Nordstemmer Senioren-Residenz mit 65 infizierten Bewohnern und inzwischen 31 betroffenen Mitarbeitern – zwei weitere kamen nach weiteren Tests am Mittwoch hinzu. Allerdings sind viele Betroffene inzwischen nicht mehr ansteckend. In Nordstemmen gab es zudem mehr als ein Dutzend Todesfälle.

Im Lambertinum war bis zu den aktuellen Tests bereits die Virus-Infektion für 28 Bewohner und 24 Beschäftigte bestätigt worden. Schon diese Zahlen hatten zu erheblichen Schwierigkeiten bei der Versorgung der Bewohner in der Einrichtung am Galgenberg geführt. Heimleiterin Beate Giersberg hatte deshalb am vergangenen Freitag öffentlich um Unterstützung gebeten, um temporär zusätzliche Pflege- und Hilfskräfte zu gewinnen.

Fall in Algermissen

Unterdessen ist auch in der Landresidenz in Algermissen ein Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die Ermittlungen zu Kontaktpersonen der ersten Kategorie sind dort noch nicht abgeschlossen. Das Heim hat den gleichen privaten Betreiber wie die Senioren-Residenz in Nordstemmen.

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