Zweites Quartierstreffen

Mehr Licht, mehr Sauberkeit: Wie Stadt und Anlieger am Angoulêmeplatz aufräumen wollen

Hildesheim - Mögen einzelne Mitglieder des Ortsrats Stadtmitte über die Ambitionen spotten, das Quartier um Bahnhof und Bernwardstraße neu zu beleben – Stadt und Anlieger krempeln gemeinsam die Ärmel hoch.

Er kann schon wirklich sehr grau aussehen, der Angoulêmeplatz, aber gerade deshalb wollen Stadt und Anlieger beweisen: Das geht auch anders. Foto: Chris Gossmann

Hildesheim - Mittwochabend im Eiscafé Hilde in der Bernwardstraße. Diesem Quartierstreffen stellt Mitinitiator Eckard Homeister, Wirtschaftsförderer bei der Stadt Hildesheim, eine Bitte voran. Die Anlieger vom Angoulêmeplatz bis zur Bahnhofsumgebung mögen sich nicht beeindrucken lassen von Stimmen, wie sie unlängst aus dem Ortsrat Stadtmitte zu hören waren.

„Als ich dort unsere Pläne zur Aufwertung des Areals vorstellte, musste ich mir von Einzelnen anhören, das sei ein sinnloses Unterfangen, das hätten schon andere vor uns versucht und seien damit gescheitert.“ Er und Kollegin Wiebke Wrede-Olberg seien entsetzt gewesen. „Man hat uns quasi geraten, eine Aufgabe, die wir sehen, nicht anzufassen, sondern sie zu ignorieren“, sagt Homeister. Das sei für ihn kein Weg.

Sauberkeit und Sicherheit, die wichtigsten Themen derzeit

Für die etwa 25 Anwesenden wohl auch nicht – unter ihnen Geschäftsinhaber, Ortsbürgermeister Tobias Eckhardt, Senab Özkan, Noch-Vorsitzende der Freundlichen Hildesheimer, Nele Wagner, Sabine Zimmermann und Stefan Könneke vom eben eröffneten Kulturzentrum Puls am Angoulêmeplatz.

Drei Themen haben sie alle seit dem letzten Quartierstreffen im Januar beschäftigt: die Sauberkeit im Viertel, die Sicherheit und mögliche Veranstaltungen. Zu Punkt eins gebe es Neues, so Homeister. Nicht nur sei die Personalstärke des Reinigungspersonals erhöht worden, sie soll auch weiter erhöht werden. Denn: „Jetzt fahren morgens je zwei Reinigungsfahrzeuge die Bernwardstraße entlang, um 5 Uhr ist es richtig sauber“, doch zu den Öffnungszeiten der Geschäfte sehe das schon wieder anders aus.

120 Euro für Hundehaufen – aber wer kassiert die?

Was am morgendlichen Durchgangsverkehr liege, an der Unachtsamkeit vieler Menschen. Deshalb solle es bald Mitarbeiter für den Dienst am Nachmittag geben, sagt Homeister, derzeit seien von der Stadt zwei Stellen ausgeschrieben. „Nicht allein für dieses Quartier, aber auch.“

Zudem könne es von Vorteil sein, Menschen mit Hunden durch Schilder an die Höhe des Bußgelds zu erinnern, das sie erwartet, wenn sie Hinterlassenschaften des Vierbeiners nicht wegräumen – immerhin 120 Euro. „Aber dazu bräuchte es einen Ordnungsdienst, der auch wirklich mal Bescheide ausstellt“, wirft Jakob Hauptmann ein, der Inhaberin Jenny Riemer bei der Leitung des Hilde Eiscafé unterstützt. Bußgelder hätten nur einen Effekt, wenn sie auch verteilt würden. Das werde man bei der Stadt so zu regeln versuchen, verspricht Homeister.

Ist es auf dem Angoulêmeplatz dunkler als anderswo?

Zum Punkt Sicherheit regt Wrede-Olberg ein Treffen der Anlieger mit Polizei und Bundespolizei an, um die Lage insbesondere um den Bahnhof unter die Lupe zu nehmen. Stefan Könneke als Geschäftsführer der Kulturfabrik befürwortet das als Erster in der Runde. Die persönliche Begegnung statt der Wahrnehmung der Polizei als bloße Institution könne nur förderlich sein.

Und dann wäre da noch die Beleuchtung auf dem Angoulêmeplatz. „Wir haben gehört, dass es abends hier dunkler ist als in der Fußgängerzone im Hohen Weg“, sagt Homeister. Das sei noch nicht hinreichend belegt, „aber wenn es so ist, werden wir das auf jeden Fall ändern.“

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