Hildesheim - Die Verkehrsanbindung zwischen Marienburger Höhe und Innenstadt soll besser werden – für Radfahrer. Das ist auch erklärtes Ziel der Stadtverwaltung. Doch den Planern bereitet vor allem das Nadelöhr rund um den Klingeltunnel Kopfzerbrechen. Mit einem sogenannten Popup-Radweg an der Trogstreckenauffahrt zur Marienburger Straße soll nun getestet werden, wie es klappen könnte.
Auch anlässlich des Weltfahrradtages am 3. Juni haben Dietmar Nitsche vom AFDC und Doris Schupp vom Hildesheimer Ortsverband des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) zu einem Treffen vor Ort eingeladen, um eine erste Bilanz von dem insgesamt dreiwöchigen Versuch zu ziehen. Mit gelben Barken ist die Einfädelspur für Autos abgesperrt und für Radfahrer reserviert worden.
Sieben Streifen nur für die Autos
Doch aus alter Gewohnheit fahren viele noch auf dem gemeinsamen Rad- und Gehweg weiter. Der neue Radstreifen wird dagegen häufig vom radelnden Gegenverkehr genutzt, was verboten ist. Doch im Vergleich zum regulären Zustand sei das schon eine deutliche Verbesserung, sagt Nitsche. Insgesamt werde das Konzept sehr gut angenommen.
Mit vor Ort sind auch der Uni-Baudezernent Thomas Hanold, der ASTA-Vertreter Yannik Kolmer und Jürgen Menthe, der gemeinsam mit Jan Mörsch für die Stadteilortsgruppe der Grünen/Bündnis 90 eine Online-Petition angestoßen hat, um die Situation für Radler und Fußgänger zu verändern. „Zählt man die Parkstreifen hinzu, haben Autofahrer hier sieben Spuren, während sich der Rest auf beiden Seiten jeweils 2,5 Meter Weg teilen“, sagt Schupp.
Neuer Radweg schon 2009 vorgeschlagen
Ihr Verband hatte zusammen mit dem ADFC schon 2009 mit einem Klingelfest die Lösung eines zusätzlichen Radweges vorgeschlagen. Die Diskussion um den Klingeltunnel ist noch weit älter, sagt sie: „Es wird höchste Zeit, dass endlich was geschieht.“ Die Testphase bewerten alle Teilnehmer des Treffens unisono als „gute Aktion der Stadt“.
Dauerhafte Lösung gefordert
Ziel der Initiatoren ist es, dauerhaft eine Fahrbahn von der Auffahrt Trogstrecke bis zur Einfahrt in die Lüneburger Straße für den Radverkehr zu sperren. Das ist eine Strecke von rund 500 Metern, ab der Einfädelung Lüneburger Straße verläuft der Verkehr sowieso einspurig weiter in Richtung Universität, fasst Nitsche zusammen.
Auch für den Radfahr-Gegenverkehr müsse es künftig legal werden, die Strecke zu nutzen, ist eine weitere Forderung. Die einzelnen Lösungen, wie die Bushaltestelle eingebunden wird oder wie die Auffahrt von der Trogstrecke für Autofahrer möglichst komfortabel erfolgen kann, müssten die Planer der Stadt entwickeln, sagt Hanold. Wichtig sei aber, den Engpass an dieser Stelle möglichst schnell zu beheben: „Sonst wird es für uns schwierig, mehr Leute dazu zu bewegen, aufs Rad umzusteigen.“
Thema für den Wahlkampf
Teuer muss das nicht werden, ist Schupp überzeugt: „Hier muss nicht groß umgebaut werden, mit einfachen Mitteln dürfte das gut klappen.“ Der Popup-Radweg ist noch bis zum Ende der ersten Juniwoche eingerichtet. Und für Grünen-Vertreter Menthe ist es auch ein willkommenes Thema für den anstehenden Kommunal-Wahlkampf.
