Bockenem - Ob nun Sanierungstarif oder Öffnungsklauseln im gültigen Regelwerk: Das dürften lange und schwierige Verhandlungen bei Meteor werden. Weil beide Seiten Argumente für ihre jeweilige Sichtweise haben.
Die Geschäftsführung hat nach anderthalb Jahren einiges vorzuweisen. Bei Meteor wurde seit der Übernahme durch Aequita so viel modernisiert wie wohl in den zehn Jahren davor nicht. Die neuen Eigentümer stecken viel Geld in das Bemühen, die Produktion auf das aktuelle technische Niveau zu bringen. Die Chefs haben weitere große Pläne und zudem bewiesen, dass sie neue Großaufträge holen können – obwohl ihnen mancher Beobachter ein schnelles Scheitern prophezeit hat. Daraus leiten sie die Erwartung ab, dass ihnen die Belegschaft entgegenkommt, um dabei zu helfen, dass sich der Betrieb auch wirklich rechnet.
KSM Castings als Vorbild?
Doch das dürfte schwierig werden. Denn viele Meteor-Beschäftigte sind nach mehr als zehn Jahren mit wechselnden Eigentümern und Konzepten, mit einer Insolvenz, vielen Entlassungen und immer neuen Drohungen und Versprechungen ausgelaugt, haben kein Vertrauen mehr, dass freiwilliger Verzicht etwas bringen könnte. Daher rührt auch die Ablehnung der IG BCE. Dafür können die jetzigen Firmenchefs wenig, aber sie müssen das verstehen und damit umgehen.
Eine knifflige Ausgangslage also. Über die grobe Frage, ob es zu einem Abkommen Lohnverzicht gegen Arbeitsplatz-Garantie kommen kann, wird sicher trotzdem verhandelt. Bei KSM Castings in Hildesheim hat sich gezeigt, dass von Maximalforderungen am Ende oft nicht viel übrig bleibt. Erst recht nicht, wenn beide Seiten viel zu verlieren haben. Und auch zu gewinnen. Wie bei Meteor.

