Travestie-Show in Arneken Galerie

Nach Rats-Ärger: Hildesheimer Verein Queerbeet arbeitet an neuem Konzept – und mischt beim Hi-Light-Shopping mit

Hildesheim - Nach den Diskussionen in der Politik zu queerfreundlichen Stickern ist der Hildesheimer Verein Queerbeet weiter im Gespräch mit verschiedenen Parteien – und will beim Hi-Light-Shopping für Sichtbarkeit sorgen.

Zuletzt haben queerfreundliche Sticker für Diskussionen in der Politik gesorgt. Foto: Julia Haller

Hildesheim - Travestie-Künstler und -Künstlerinnen sind bekannt für buntes Spektakel, für Show und Glitzer. Wenn die Hildesheimer Innenstadt am Freitag wieder beim Hi-Light-Shopping erleuchtet, wer wäre da also passender, als Travestiekünstlerinnen? Der Verein Queerbeet sieht das so – und lädt deshalb in Kooperation mit der Arneken Galerie drei Artistinnen dieses Metiers ein. Zuletzt hatte ein Vorschlag von der Linken-Fraktion und Queerbeet, queerfreundliche Sticker in Hildesheimer Geschäften auszulegen, im Stadtrat für Diskussionen gesorgt.

Der Plan für die Aktion beim Hi-Light-Shopping? „Im Grunde ist es wichtig, für Sichtbarkeit und Aufklärung zu sorgen und der queeren Szene ein Gesicht zu geben“, erklärt Andreas Küster, Vorsitzender des Vereins. Neben den Showeinlagen soll es deshalb auch einen Info-Stand von Queerbeet geben, außerdem ist die Hildesheimer-Aids-Hilfe dabei und das Bildungs- und Aufklärungsprojekt Schlau.

Kooperation besteht schon länger

Kooperationen zwischen der Arneken Galerie und Queerbeet gibt es schon länger, etwa mit Aktionen wie dem Wunschbaum zu Weihnachten. „Wir unterstützen die Arbeit des Vereins seit Jahren und engagieren uns für Vielfalt in der Gesellschaft“, erklärt Arneken-Center-Manager Holger Höfner, „wir wollen es beim Hi-Light-Shopping bunt in der Stadt haben, und wenn eine Organisation bunt ist, dann diese.“

Neben den von dem Einkaufszentrum geplanten Musical-Einlagen in der Arneken Galerie zu unter anderem Frozen, König der Löwen und Saturday Night Fever stehen um 19 und 20 Uhr die von Queerbeet engagierten Alfelder Künstlerinnen Gloria Baker, Isabell Gloss und Ricky auf der Bühne. Abseits der Vorführungen können Besucher und Besucherinnen auf Fotos mit ihnen posieren – etwa vor der VIP-Fotowand mit pinkfarbenem Thron.

Neuigkeiten von queerfreundlichen Stickern

Unterdessen geht es auch beim Thema queerfreundliche Sticker voran. Queerbeet will seit längerem Aufkleber ähnlich der Kinder-Notinsel an Geschäfte verteilen und so für ein größeres Sicherheitsgefühl für queere Menschen sorgen. Auch wenn mehrere Parteien die Idee im Rat zuletzt guthießen, war der Weg, wie sie fanden, der falsche. Nach der Ratssitzung hatte es laut Küster weitere Gespräche mit den Grünen, der SPD und den Linken gegeben. Nun arbeite der Verein an einem Konzept; Sticker allein seien nicht ausreichend, eine ganze Kampagne mitsamt Infoblättern und Anschreiben an Geschäfte und Läden schwebe dem Verein vor. Wenn das Konzept steht, soll es erneute Gespräche mit der Politik geben. „Wir stoßen das zwar alleine an, aber bei der Umsetzung sind wir auf jeden Fall auf Hilfe angewiesen“, sagt Küster.

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