Landwirte berichten

Nasse Felder rund um Hildesheim – und die Folgen für die Ernte

Kreis Hildesheim - Auf den Äckern in Hildesheim und Umgebung steht Wasser. Grund dafür sind immer noch das Hochwasser und der anhaltende Regen. Könnte das Folgen für die Ernte haben?

Noch steht auf vielen Feldern in der Region Hildesheim das Wasser. Wie hier, auf einem Acker in der Gemeinde Harsum. Für die Landwirte ist der nasse Boden eine große Herausforderung. Foto: Renate Klink

Kreis Hildesheim - Nachdem weite Bereiche Hildesheims zum Jahreswechsel überflutet waren, sind viele landwirtschaftliche Flächen zu nass. Der starke Regen führt weiterhin zu Problemen. Zwei Landwirte berichten, wie sich das auf die Ernte auswirken könnte.

Das sagen die Landwirte

„Dieses Frühjahr ist es knifflig“, sagt Lennart Ernst aus Hönnersum bei Harsum. Ein typischer Traktor, der für die Pflanzenpflege verwendet wird, wiege 6 bis 8 Tonnen. Wenn er damit über die aufgeweichten Felder fahren würde, könne sich der Boden verdichten. Der junge Landwirt baut Kartoffeln, Weizen, Gerste und Zuckerrüben an. „Die Flächen sind nass – für Sommerkulturen ist aber noch alles im Zeitplan, wenn es nächste Woche nicht regnet“, erklärt er. Damit meint er Kartoffeln und Zuckerrüben. Rüben würden kurz nach Ostern ausgesät, Kartoffeln Mitte April. Sollte es in der nächsten Woche aber doch regnen, „dann gäbe es Verspätungen bei der Aussaat.“

Auch Landwirt Henrik Wettberg aus Möllensen beschäftigen die nassen Felder. Er beleuchtet ein weiteres Problem: „Kalkverlagerungen rutschen vom Ober- in den Unterboden. Das führt zu einer Kettenreaktion. Es entsteht nämlich Sauerstoffmangel, der die Getreide- und Rapsbestände gefährden könnte.“

Entwarnung vom Landvolk

Was die Ernte angeht, gibt Konrad Westphale, Vorsitzender vom Landvolk Hildesheim, aber Entwarnung. „Keiner braucht etwas zu befürchten.“ Der Boden sei teilweise schon vor 14 Tagen abgetrocknet. Ein paar Landwirte hätten bereits Sommerweizen gesät – einer sogar Rüben. Dort, wo der Boden tatsächlich nicht bearbeitbar ist, liegt es noch an den Folgen des Hochwassers und nicht am Regen. „Aber es ist alles im grünen Bereich.“

Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen teilte noch im Februar 2024 mit, dass die Niederschläge für Verzögerungen bei der Düngung sorgen. Beispielsweise Gülle durfte auf vielen Feldern nicht verwendet werden, da die Gefahr zu hoch war, dass sie einfach in umliegende Flüsse laufen würde. Dies stellte für die Hildesheimer Landwirte allerdings kein Problem dar. Die Pflanzenschutzmaßnahmen seien abgeschlossen. Jetzt muss nur noch das Wetter mitspielen und der Regen ausbleiben.

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