Hildesheim - Cara und Nala waren zum ersten Mal auf der Geriatrie des St. Bernward Krankenhauses (BK) zu Besuch – und sie werden regelmäßig wiederkommen, auch auf die Palliativstation. In gewisser Weise gehören die beiden Labradorhündinnen ab sofort zum Pflegeteam, denn ihr Einfluss kann Menschen mit unterschiedlichen Einschränkungen oft eher öffnen als eine Fachkraft auf zwei Beinen. Aus dieser Erfahrung heraus ist im vergangenen Jahr der Besuchshundedienst des Hildesheimer Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) mit sechs Vierbeinern gestartet, inzwischen sind weitere Hunde mit ihren jeweiligen Begleitmenschen dazugekommen. Nala ist seit sechs Monaten im Einsatz, Cara absolvierte im BK ihren allerersten Profi-Besuch. Neben dem Krankenhaus sind die Ziele vor allem Altenpflegeheime, Kinderheime und Schulen sowie Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen oder psychischen Erkrankungen. Dort können die Hunde auch ausgesprochen anregend für Menschen sein, die sonst in sich gefangen sind. „Animateure auf vier Pfoten“ werden sie daher beim ASB auch genannt.
„Hunde sind gut für die Seele“
„Es erfüllt mich, anderen eine Freude machen zu können“, sagt Nalas Frauchen Sabine, die ihren Nachnamen in der Zeitung nicht so gern nennen möchte, über ihre Motivation. Und Freude bringen die Hunde allemal: „Für unsere Patienten sind die Besuche eine schöne Abwechslung“, bestätigt Maike Kanthak aus der Bereichsleitung Pflege. Oder, wie ASB-Geschäftsführer Bolko Seidel es vor einem Jahr beim ersten Einsatz der vier Besuchshunde Luna, Filou, Estor und Crazy auf den Punkt brachte: „Hunde sind gut für die Seele.“
Und sie sollen natürlich den geschwächten Körpern der besuchten Patientinnen und Patienten nicht gefährlich werden – daher werden sie regelmäßig von Tierärzten untersucht, sind geimpft und entwurmt.
Hunde müssen ausgeglichen sein
Für die Aufgabe im Besuchsdienst kommen nicht alle Hunde infrage. Wichtig ist, dass sie ausgeglichen sind, sich gut mit fremden Menschen und anderen Hunden vertragen, auf Kommandos hören und großes Vertrauen zu ihren Besitzerinnen oder Besitzern haben. Denn: Für die Hunde ist ein Besuch in den Einrichtungen, die ihre Einsatzgebiete sind, durchaus aufregend. Immerhin: Bei den Visiten der Vierbeiner gibt es immer das eine oder andere Leckerli, quasi als Lohn für das tierische Ehrenamt.
Für manche ältere Menschen, mit denen die Besuchshunde in Kontakt kommen, gehörten Haustiere früher zu ihrem Leben. „Ich hatte selbst immer Hunde“, erzählt eine Patientin der Station A6 im BK, als sie Nalas Kopf streichelt.
Engagierte Teams aus Zwei- und Vierbeinern sind beim Besuchshundedienst des ASB nach wie vor willkommen. Sie werden gut auf die Aufgabe vorbereitet: Ein Trainingsprogramm schließt mit einer Eignungsprüfung ab. Ist die bestanden, steht dem Freudebringen nichts mehr im Weg.
