Ex-RAF-Terroristen

Neue Fotos: LKA Niedersachsen fahndet weiter nach Staub und Garweg – Hilfe von Arztpraxen?

Hildesheim/ Verden - Nach der Festnahme von Daniela Klette im Februar 2024 fahnden die Ermittlungsbehörden weiterhin nach den Komplizen Ernst-Volker Staub und Burkhard Garweg, die auch für einen Überfall in Hildesheim verantwortlich sein sollen. Das Landeskriminalamt Niedersachsen hat nun neue Fotos veröffentlicht und hofft auch auf Hilfe von Arztpraxen.

Ein Fahndungsplakat hängt im Eingangsbereich vom Landeskriminalamt Niedersachsen. Die Polizei sucht weiterhin mit Hochdruck die beiden früheren RAF-Mitglieder Ernst-Volker Staub und Burkhard Garweg. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Hildesheim/ Verden - Der Prozess gegen Daniela Klette, ehemaliges Mitglied der linksextremistischen Terrororganisation Rote Armee Fraktion (RAF), läuft derzeit in Celle. Nach ihren Komplizen Ernst-Volker Staub und Burkhard Garweg wird weiterhin gefahndet. Das Landeskriminalamt Niedersachsen (LKA) erhofft sich nun durch die Veröffentlichung neuer, mutmaßlicher Fotos von Staub aus dem Jahr 2006 weitere Hinweise auf die gesuchten Straftäter. Bei Durchsuchungen im vergangenen Jahr konnten die Behörden bereits eine Vielzahl an Bildern von Garweg auffinden.

Die Staatsanwaltschaft Verden ermittelt seit 2015 gegen die früheren RAF-Mitglieder Staub und Garweg wegen versuchten Mordes sowie versuchten und vollendeten schweren Raubes in mehreren Fällen. Alles in den Zeiträumen zwischen 1999 und 2016. Darunter ist auch ein Überfall auf das Rewe-Center in Hildesheim.



Die Behörden gehen inzwischen davon aus, dass sich Garweg, Staub und die im Februar 2024 festgenommene Klette medizinisch privatärztlich haben behandeln lassen. Die Rechnungen sollen in bar gezahlt worden sein, da möglicherweise keine Krankenversicherung besteht. Zudem ist Staub offenbar Brillenträger, wodurch die Fahnder annehmen, dass der Gesuchte in regelmäßigen Abständen zum Optiker oder Augenarzt geht.

Gesuchte nutzen falsche Identitäten für medizinische Behandlungen

Berufstätige im Gesundheitsweisen, die Angaben zu den Gesuchten machen können, sind daher aufgefordert sich bei den Ermittlungsbehörden zu melden. „Haben die Tatverdächtigen Ernst-Volker Staub und Burkhard Garweg für medizinische Behandlungen in bar bezahlt?“, so ein Sprecher des LKA. Beide sollen sowohl für medizinische Behandlungen, als auch Autokäufe und die Anmietung von Wohnungen falsche Personalien genutzt haben.

Staub soll sich laut Zeugenaussagen vorrangig mit dem Vornamen Peter vorgestellt haben. Weitere Aliase des 70-Jährigen sind zudem: Volker Gertner, Adnan Yücel, Jens Peter Grundmann, Georg Schmidt, Ulrich Schulte, Matias Kaliran, Michael Jansen, Robert Hagen, Kircali Aziz, Michael Theiss, Rolf Krause und Hans Roth.

Hinweise nimmt das LKA Niedersachsen unter der Rufnummer (0511) 98737400 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen. Auch das anonyme Hinweisgeberportal BKMS ist weiterhin geschaltet. „Da die flüchtigen Straftäter bewaffnet sein könnten, rät das LKA Niedersachsen den Bürgerinnen und Bürgern dringend davon ab, die Gesuchten selbst anzusprechen“, so der Sprecher.

Im Falle Garwegs bestätigte sich dessen angebliche Sichtung Ende Oktober 2024 in Hamburg nicht, wie der LKA-Sprecher sagte. Mehrere Zeugen hatten damals angegeben, den 56-Jährigen in der Hansestadt gesehen zu haben.

von Katharina Klehm

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