Kreis Hildesheim - Das geplante Fernleitungsnetz für Wasserstoff in Deutschland könnte sich in noch stärkerem Maße auf den Landkreis Hildesheim auswirken als bislang angenommen. Das geht aus dem jetzt veröffentlichten neuen Entwurf der Netzbetreiber für ein Kernnetz in der Bundesrepublik hervor.
Blickrichtung Salzgitter
Demnach könnte auch eine Leitung in West-Ost-Richtung durch den westlichen Landkreis verlaufen. Bislang bekannt waren Pläne für den Neubau einer großen Transportleitung von der bestehenden Gasübergabestation südlich von Egenstedt (Gemeinde Diekholzen) nach Salzgitter, wo mit dem dortigen Stahlwerk einer der bundesweit größten Abnehmer von Wasserstoff das Ziel ist.
An der Planung eines deutschen Wasserstoff-Netzes arbeiten Netzbetreiber wie die Firma Nowega sowie stattliche Institutionen wie die Bundesnetzagentur derzeit im Rahmen der Energiewende intensiv. Dabei geht es vor allem darum, Wasserstoff von den Küsten ins Binnenland zu transportieren. Gerade in Ostfriesland sollen Pipelines und Tanker ankommen, zudem gibt es zwischen Wilhelmshaven und Oldenburg erhebliche Speicherkapazitäten in unterirdischen Kavernen, die auch für Erdgas genutzt werden.
Zufluss aus den Niederlanden?
Das Kernnetz-Konzept sieht nun einen weiteren Ausbau mit noch mehr Transportkapazitäten vor als bislang bekannt. Eine Rolle spielen dabei auch Verbindungen aus dem Ruhrgebiet in andere Regionen Deutschlands – unter anderem, weil erwartet wird, dass auch aus den Niederlanden erhebliche Wasserstoff-Mengen fließen könnten. Zu diesen möglichen Verbindungen gehört auch eine Transportleitung von Bielefeld nach Egenstedt, die dann durch den westlichen Landkreis und an Hildesheim vorbeiführen würde.
Wo genau sie verlaufen soll und ob sie wirklich kommt, ist noch unklar. Darauf wiesen die Netzbetreiber bei der Präsentation des Kernnetz-Konzeptes ausdrücklich hin. „Der aktuelle Planungsstand entspricht noch nicht dem finalen Entwurf des Wasserstoff-Kernnetzes. So werden voraussichtlich nicht alle dargestellten Ost-West-Verbindungen erforderlich sein“, heißt es dort. Denkbar sei zum Beispiel, weniger Leitungen zu verlegen, die einzelnen Rohre aber größer zu machen, um mit einer geringeren Menge von Trassen die gleiche Transportkapazität zu erreichen.
Vielleicht noch mehr Leitungen?
Es kann allerdings auch in die andere Richtung gehen: Wie viel Wasserstoff in den nächsten Jahrzehnten zur Verfügung stehen wird und wofür er genutzt wird – dazu gibt es viele unterschiedliche Prognosen.
