Bilanz nach dem ersten Jahr

Neue Steuer bringt der Stadt Hildesheim fast eine Million Euro ein

Hildesheim - Mit einer Einnahme von rund einer halben Million Euro für 2025 hatte die Stadt Hildesheim durch die neue Beherbergungssteuer gerechnet. Jetzt steht fest: Es ist fast doppelt so viel Geld geworden.

Das Van-der-Valk-Hotel und andere Übernachtungsbetriebe in Hildesheim müssen seit Anfang 2025 eine Beherbergungssteuer von ihren Gästen kassieren – das Geld fließt dann in die Stadtkasse. Foto: Werner Kaiser

Hildesheim - Die Beherbergungssteuer beschert der Stadt viel mehr Geld als angenommen: Das Finanzdezernat hat für das vergangene Jahr Forderungen von rund 933.000 Euro erhoben. Die Verwaltung war bei der Einführung der Steuer zum Jahresanfang 2025 von rund 540.000 Euro ausgegangen. Den Einnahmen stehen zusätzliche Personalausgaben von etwa 50.000 Euro für eine halbe Stelle entgegen.

Kein Rückgang bei den Übernachtungszahlen

Die Sorge von Kritikern, die neue Abgabe könnte die Zahl der Touristen sinken lassen, hat sich als unbegründet erwiesen: Nach Angaben von Hildesheim Marketing, die auf einer Erhebung des Landesamtes für Statistik beruhen, gab es 2025 mit insgesamt 333.655 Übernachtungen sogar etwas mehr als im Jahr zuvor.

Die Steuer beträgt 4 Prozent auf eine Übernachtung ohne Frühstück, die Betriebe müssen sie ihren Gästen auf die Rechnung draufschlagen und das Geld dann an die Stadt abführen. Nach Angaben der Stadt waren im vergangenen Jahr 69 Anbieter mit zusammen 81 Übernachtungseinrichtungen steuerpflichtig. Die meisten davon sind Eigentümer von Ferienwohnungen, dazu kommen rund 20 Hotels und zwei Herbergen.

Dass die Einnahmen aus der neuen Abgabe die Erwartungen übertreffen würden, hatte sich bereits vor einigen Monaten abgezeichnet: Nach drei Quartalen waren bereits rund 650.000 Euro in der Stadtkasse gelandet. Die Verwaltung korrigierte den Betrag daher für das ganze Jahr auf insgesamt 800.000 Euro nach oben.

Als Gegenzug für die Steuer: Hoteliers wünschen sich eine Aufmerksamkeit für ihre Gäste

Tatsächlich sind in den letzten drei Monaten des vergangenen Jahres nun noch einmal knapp 300.000 Euro hinzugekommen, wie aus den jetzt von der Stadt auf Anfrage der Redaktion vorgelegten Zahlen hervorgeht. Bis auf wenige Ausnahmen hätten auch alle Betriebe bezahlt, sagte Rathaussprecher Helge Miethe.

Kein Wunder also, dass die Verwaltung keinen Bedarf für Änderungen bei der Veranlagung sieht. Die Beherbergungsbetriebe sind allerdings nach wie vor unglücklich mit der Steuer: Diese vergraule Gäste und verursache Hildesheim einen Wettbewerbsnachteil gegenüber Kommunen ohne eine solche Steuer, hatten Branchenvertreter bereits mehrfach erklärt. Sie haben sich daher bei einem Treffen mit der Stadt vor einigen Wochen dafür starkgemacht, den Touristen im Gegenzug für die Abgabe etwas zukommen zu lassen – zum Beispiel einen Rabatt beim Eintritt in eine Einrichtung oder dergleichen. Die Verwaltung hatte sich zwar dafür aufgeschlossen gezeigt.

Doch so richtig vorangekommen ist das Thema offenkundig noch nicht: Nach Angaben von Stadtsprecher Miethe laufen dazu „verwaltungsintern Überlegungen sowie Abstimmungen mit HI Marketing und den Übernachtungseinrichtungen“. Die hatten sich eigentlich einen Start nach Ostern gewünscht.

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