Hildesheim - Weniger los auf den Straßen im Zentrum, dafür schnelleres Durchkommen um die Innenstadt herum: Für Rad- und Autofahrer ändert sich an vier Knotenpunkten in Hildesheim die Verkehrsführung. Am Hindenburgplatz hat die Stadt nun mit den Maßnahmen begonnen.
Bereits im Jahr 2010 hatte sich der Rat für das Integrierte Verkehrskonzept entschieden, darin enthalten die sogenannten „Netzwiderstände“. Die haben das Ziel, den Durchgangsverkehr an vier Stellen um die Innenstadt herumzulenken. Die vier Knotenpunkte: Hindenburgplatz, auch PvH genannt, die Ecke Hohnsen/Struckmannstraße, die Kreuzung B1/Kaiserstraße und Schützenwiese/Alfelder Straße. Dort sollen längere Rotphasen an den Ampeln in Richtung Zentrum ebenso wie neue Verkehrsführungen dafür sorgen, den Durchgangsverkehr möglichst um die Innenstadt herum zu lenken.
Arbeiten gestartet
Am Hindenburgplatz sind die Arbeiten gestartet. An allen vier Zufahrten zu der Kreuzung gibt es demnächst Busspuren, die überwiegend auch von Radfahrern und -fahrerinnen genutzt werden dürfen. Hier wird es neue Ampeln geben – und Wartezonen für den Radverkehr.
Allerdings können Radfahrer und -fahrerinnen nicht jede der neuen Busspuren zum Abbiegen nutzen. Wer mit dem Rad von der Wollenweberstraße in die Schuhstraße abbiegen will, muss sich eine Spur mit dem Autoverkehr teilen, statt die Busspur zu nutzen. „Leider kann ein Abbiegen für den Radverkehr aus der Busspur nicht in alle Richtungen ermöglicht werden, da die Zeit dafür zu lang würde und Konflikte entstünden“, erklärt Stadtsprecher Helge Miethe.
Neue Busspuren verdrängen Fahrbahnen, die auch für Autos nutzbar waren
Die neuen Busspuren verdrängen natürlich jene Fahrbahnen, die zuvor auch für Autos nutzbar waren. So gibt es etwa auf der Schuhstraße nur noch eine Spur für Autofahrer und -fahrerinnen, die Richtung Wollenweberstraße oder Goslarsche Straße wollen. „Die Fahrspuren sind so gewählt, dass die Strecken, die mehr Verkehr aufnehmen sollen, gegenüber den Strecken, auf denen der Verkehr abnehmen soll, aufgewertet werden“, sagt Miethe. Heißt: Die Verbindung Zingel-Goslarsche Straße wird künfig bevorzugt bedient. Wer in die vielbefahrene Schuhstraße oder Wollenweberstraße will, muss dagegen länger warten.
Das neue Konzept hatte vorab zu Kritik aus der Politik geführt, auch auf Sozialen Netzwerken wurde es diskutiert. Im Rathaus selbst seien noch keine Beschwerden eingegangen, wie der Stadtsprecher auf Anfrage mitteilt. „Das wird sich aber vermutlich ändern, wenn die Änderungen in Kraft getreten sind“, sagt Miethe. „Neuereungen im Straßenverkehr werden – egal, wie sinnhaft sie sind – grundsätzlich häufig kritisiert.“
Wann die Vorbereitungen am PvH abgeschlossen sind, ist noch nicht klar. Die provisorische Gelbmarkierung muss erst geklebt werden, dabei spielt das Wetter eine große Rolle. Die Ampeln werden laut Stadtverwaltung voraussichtlich noch in dieser Woche fertig. Im Anschluss kommen die neuen Schilder für den Radverkehr. „Wenn alles gut läuft, auch mit dem Wetter, wird Mitte November die endgültige Markierung aufgebracht“, so Miethe. Die Zeitpläne für die drei anderen Knotenpunkte teilt die Stadt mit, wenn die Arbeiten am PvH beendet sind.

