Durchgangsverkehr soll umgelenkt werden

Ampeln in Richtung Zentrum länger rot: Hildesheim startet mit Umstellung

Hildesheim - Mit Karte: So will die Stadt Hildesheim mit einer anderen Ampelschaltung und Spuraufteilung an vier Kreuzungen den Durchgangsverkehr aus dem Zentrum fernhalten. Am Montag beginnen die Arbeiten – im Vorfeld gab es viel Kritik.

Auch am Hindenburgplatz sollen sich Ampelschaltung und Spuraufteilung ändern. Während der Arbeiten, die an diesem Montag beginnen, setzt die Stadt auf Baustellenampeln. Foto: Chris Gossmann

Hildesheim - Die Stadt will mit einer veränderten Ampelschaltung und einer neuen Spuraufteilung an vier Kreuzungen den Durchgangsverkehr aus dem Zentrum fernhalten: An diesem Montag beginnen die nötigen Arbeiten, sie erstrecken sich mindestens über die gesamten Herbstferien.

Ende des Monats soll der Plan dann an drei Kreuzungen umgesetzt und für die Autofahrer zu spüren sein. An der Ecke Schützenwiese/Dammstraße soll das erst passieren, wenn Letztere wieder freigegeben ist. Wann dies so weit ist, steht noch nicht fest.

Das Vorhaben basiert auf dem Integrierten Verkehrskonzept, das der Rat bereits 2010 beschlossen hatte. Für die Umsetzung ließen sich Verwaltung und Politiker mächtig viel Zeit: Die Entscheidung, die so genannten „Netzwiderstände“ zu verwirklichen, war erst Anfang Mai dieses Jahres gefallen.

Baudezernentin Andrea Döring hofft auf bis zu 30 Prozent weniger Durchgangsverkehr

Konkret geht es darum, den Durchgangsverkehr an vier Knotenpunkten um die Innenstadt herum zu lenken, um diese zu entlasten – Baudezernentin Andrea Döring hofft auf einen Rückgang von bis zu 30 Prozent. Die Stadt will das erreichen, in dem die Rotphasen auf den Strecken in Richtung Zentrum länger dauern als bisher. Dafür fließt der Verkehr auf den Straßen, die um die Innenstadt herumführen, deutlich schneller.

So wird am Hindenburglatz – im Volksmund PvH – künftig die Verbindung Zingel-Goslarsche Straße (und umgekehrt) bevorzugt bedient; wer dagegen in die Schuhstraße oder die Wollenweberstraße will, muss länger warten. Zudem erhalten alle vier Zufahrten zu der Kreuzung Busspuren, die auch von Radfahrern mitgenutzt werden dürfen. Diese bekommen eigene Ampelsignale und jeweils eine Aufstellfläche davor.

Am Hindenburgplatz starten die Arbeiten an diesem Montag

Die nötige Umrüstung am PvH beginnt mit dem Ferienstart an diesem Montag, sie dauert voraussichtlich knapp zwei Wochen. Während der Arbeiten regeln Baustellenampeln den Verkehr.

„Netzwiderstände“ soll es zudem an der Ecke Hohnsen/Struckmannstraße geben: Dort soll der Durchgangsverkehr in Richtung Am Kreuzfeld gelenkt werden, um die Lage in der Neustadt zu entspannen. Die Stadt will das mit einer entsprechenden Ampelschaltung erreichen; außerdem müssen sich Rechtsabbieger aus der Struckmannstraße künftig eine Spur mit dem Geradeausverkehr teilen – daher fällt auch die eigene Ampel für Rechtsabbieger in Richtung Neustadt weg.

Kardinal-Bertram-Straße: Weitere Änderungen erst mit Umgestaltung im nächsten Jahr

Dort hat die Stadt eigentlich noch mehr vor. Das soll aber erst im Zuge des geplanten Umbaus 2024 geschehen, die Pläne dafür kündigt Dezernentin Döring für den Jahresbeginn an. Die Umgestaltung der Kardinal-Bertram-Straße ist bereits seit mehreren Jahren vorgesehen; die Stadt hat sie aber wegen der anhaltenden Sperrung der Dammstraße verschoben.

Diese wirkt sich auch auf den Zeitplan für die Umgestaltung der vierten betroffenen Kreuzung aus. So will die Stadt den Durchgangsverkehr von der Schützenwiese/Alfelder Straße über die Dammstraße in Richtung Zentrum reduzieren. Man bereite die Veränderungen technisch vor, berichtet Döring – wirksam würden sie aber erst mit der Wiederfreigabe der Dammstraße. Diese soll auf Wunsch des Rates einen Pop-up-Radweg bekommen; die Stadt werde dies bei der Verkehrslenkung berücksichtigen, versichert Döring.

Die Dezernentin hatte sich im Frühjahr vor der Entscheidung, die Netzwiderstände zu verwirklichen, viel Kritik anhören müssen: CDU und Kaufmannschaft warnten vor negativen Folgen für den Handel, das Erreichen der Innenstadt würde erschwert. Die Mehrheitsgruppe aus SPD, Grünen und PARTEI betonte dagegen die erhofften Verbesserungen für Innenstadtbewohner, Radfahrer und Fußgänger; der Verkehrsclub bezeichnete die Umsetzung des Konzepts als überfällig.

Fahrbahnmarkierungen sind zunächst nur provisorisch

Döring hatte sich stets bemüht, die Sorgen der Kritiker zu zerstreuen – und versucht dies auch zum Start der Arbeiten: Gelinge es wie erhofft, bis zu 30 Prozent Durchgangsverkehr umzuleiten, hätten all jene, deren Ziele in der Innenstadt liegen, auch künftig keine Probleme, diese gut zu erreichen.

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