Kolumne Zweitstimme

Neue Verkehrsführung in Hildesheim: Grottenschlechte Kommunikation

Hildesheim - Die Stadt Hildesheim hat es bei den Veränderungen in der Verkehrslenkung versäumt, den Bürgern in einer Info-Kampagne zu erklären, was genau passiert und wozu das gut ist – dabei waren die Verantwortlichen vorgewarnt, schreibt HAZ-Redakteur Rainer Breda in seiner Kolumne Zweitstimme.

HAZ-Redakteur Rainer Breda schreibt in der Kolumne Zweitstimme Zweitstimme über das politische Geschehen in Stadt und Kreis Hildesheim. Foto: HAZ:Archiv

Hildesheim - Dass Veränderungen bei der Verkehrslenkung oft nicht von Beifall begleitet werden, liegt in der Natur der Sache: Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Besonders dann, wenn er am Steuer eines Autos sitzt. Zudem war die Stadt vorgewarnt: Schon die Ankündigung und der Beschluss, im Herbst Ampelphasen und Spuraufteilung an mehreren Kreuzungen zu ändern, um den Durchgangsverkehr auszubremsen, hatten im Frühjahr einen Proteststurm ausgelöst. Spätestens da hätte bei der Baudezernentin und dem Oberbürgermeister die Erkenntnis reifen müssen: Sie müssen das Vorhaben durch eine breite Informationskampagne begleiten, damit die Menschen verstehen, was das Ganze soll und diese sich nicht gegängelt fühlen.

Doch genau das ist jetzt passiert, es herrschten Verwirrung und Verärgerung, als plötzlich gelbe Markierungen für die neue Spuraufteilung auf den Fahrbahnen rund um die PvH-Kreuzung prangten und am Straßenrand einige kleine Schilder auf die neue Verkehrsführung hinwiesen. Für einen solch großen Eingriff ist das an Kommunikation viel zu wenig – mal wieder; die Menschen fühlen sich überrumpelt und überfordert. Wann endlich verstehen die Verantwortlichen im Rathaus, dass sie die Bürger mitnehmen müssen, wenn Umbrüche anstehen? Die Idee, die Innenstadt vom Durchgangsverkehr zu befreien, ist gut, auch wenn sie schon 13 Jahre alt ist. Doch die Kommunikation ist grottenschlecht, einmal mehr.

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