Verwaltung plant um

Neuer Kurs: Bekommt Hildesheim nun den Ostend-Bahnübergang?

Hildesheim - Die Stadt unternimmt einen neuen Anlauf in Sachen Bahnübergang zum Ostend – das hat Baudezernentin Andrea Döring jetzt angekündigt und Fehler beim bisherigen Vorgehen eingeräumt. In der Politik kamen sowohl das als auch der neue Kurs nicht gut an.

Der Bahnübergang zum Ostend (links) soll nun nach den Vorstellungen der Verwaltung direkt in der Verlängerung der Goethestraße (rechts) entstehen. So hatte es das Rathaus auch ursprünglich geplant, dann aber nach Protesten der Anlieger davon Abstand genommen. Foto: Chris Gossmann

Hildesheim - Die Stadt unternimmt einen neuen Anlauf in Sachen Bahnübergang zum Ostend, verabschiedet sich aber von ihrer bisherigen Planung: Das hat Baudezernentin Andrea Döring am Mittwochabend im Stadtentwicklungsausschuss erklärt. Sie kündigte für Ende Oktober ein Gespräch mit der Bahn und dem Eisenbahnbundesamt (EBA) an. Dabei will die Stadt ihren ursprünglichen Plan erörtern, den Übergang direkt in der Verlängerung der Goethestraße anzulegen. Der derzeitige Entwurf, der aus Rücksicht auf die Anlieger in der Goethestraße eine rechtwinklige Zuwegung zu der Passage vorsieht, habe keine Aussicht auf eine Genehmigung: „Wir hätten schon viel eher die Reißleine ziehen müssen.“

Der Bahnübergang ist nur für Radfahrer und Fußgänger vorgesehen, er soll das Ostend besser an die Innenstadt anbinden. Die Stadt ist allerdings bereits mehrfach mit ihrem Antrag, der formal von der Deutschen Bahn gestellt wird, beim Eisenbahnbundesamt (EBA) gescheitert. Die Behörde hat unter anderem Sicherheitsbedenken, ihr ist die Zuwegung zu eng. Es werde bei der Ablehnung bleiben, wenn die Stadt an der derzeitigen Planung festhalte, prophezeite Döring, die auf Gespräche mit dem EBA verwies. Dieses hat sein Nein auch stets mit dem geringen Abstand zu dem Übergang in der Frankenstraße begründet. Aus diesem Grund allein könne die neue Passage aber nicht abgelehnt werden, betonte Döring – das habe das EBA der Stadt versichert. „Wir müssen aber technisch alles richtig machen.“

Bewohner der Goethestraße liefen gegen Ursprungsvariante Sturm

Die Stadt setzt nun auf ihren Ursprungsentwurf aus dem Jahr 2015: Döring will bei dem Termin mit Bahn und EBA dessen Erfolgsaussichten ausloten und bei positiven Signalen den Rat bitten, zur Geradeaus-Variante zurückzukehren. Diese war verworfen worden, weil die Anlieger in der Goethestraße dagegen Sturm liefen: Sie befürchteten, wegen der für den Bahnübergang erforderlichen Rampe ihre Häuser nicht mehr zu erreichen.

Es sei falsch gewesen, diesen „Partikularinteressen“ Rechnung zu tragen und so lange an der rechtwinkligen Zuwegung festzuhalten, sagte Döring am Mittwoch im Ausschuss. Der neue Kurs werde zwar zu Konflikten mit den Anliegern führen. Doch es gebe viele Menschen, die den Bahnübergang wollten. „Für mich gibt es nur diese Lösung oder gar keine.“

Münter sieht den Oberbürgermeister gefordert

Doch die Geradeaus-Variante werde ebenfalls nicht funktionieren, erklärte CDU-Fraktionschef Dennis Münter – es sei denn, die Stadt enteigne die Anlieger. Er glaube auch nicht, dass das EBA einen neuen Antrag mit diesem Ansatz genehmige. Münter bescheinigte der Verwaltung zwar, sich einzusetzen, doch das reiche nicht. Investoren und Bürger hätten auf die Ankündigung vertraut, es werde den Übergang in der Goethestraße geben, die Entwicklung habe bereits Vertrauen gekostet. Die Stadt nun müsse andere Wege gehen, forderte Münter. „Da muss dann vielleicht auch der Oberbürgermeister ran.“

Damit konnte der CDU-Chef bei Döring nicht landen: Man könne den Verkehrsminister oder den Kanzler einschalten – auch das führe nicht dazu, dass der derzeitige Antrag genehmigt würde, erwiderte Döring. Dass diese das Festhalten am Kompromiss mit den Anwohnern als Fehler einstufte, kam bei Grünen-Vertreter Thomas Kittel schlecht an. Die Politiker hätten auf die Planung der Verwaltung vertraut – das müssten sie auch können.

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