Eisenbahnbundesamt

Hildesheim: Erneute Abfuhr beim Wunsch nach Ostend-Bahnübergang

Hildesheim - Das Bemühen der Stadt Hildesheim um einen Bahnübergang zwischen dem Baugebiet im Ostend und der Goethestraße hat erneut einen Rückschlag erlitten: Das Eisenbahnbundesamt hat auch den jüngsten Antrag abgelehnt (mit Kommentar).

Der Übergang soll aus der Goethestraße (unten) über die Gleise hinter der Hecke zum Hildesheimer Baugebiet Ostend (hinten) führen. Foto: Julia Moras

Hildesheim - Das Bemühen der Stadt um einen Bahnübergang zwischen dem Baugebiet im Ostend und der Goethestraße hat einen weiteren herben Rückschlag erlitten: Das Eisenbahnbundesamt (EBA) hat auch den jüngsten Antrag abgelehnt. Das Rathaus will gleichwohl an dem Vorhaben festhalten: Die Stadt werde sich „mit Blick auf die Menschen vor Ort und auch auf die Wohnungsbauunternehmen und Gewerbetreibenden, die sich (...) allesamt darauf verlassen haben, dass der Übergang kommt, nicht von der Planung verabschieden“, sagte Sprecher Helge Miethe der HAZ.

Der Bahnübergang ist für Radfahrer und Fußgänger vorgesehen, er soll das Ostend besser an die Innenstadt anbinden. In der Siedlung leben bereits mehrere Hundert Menschen, es haben sich Läden, Ärzte und Dienstleister angesiedelt.

Zwischen der Stadt, der Bahn und Eisenbahnbundesamt läuft es von Anfang an nicht rund

Zwar tritt die Stadt als Bauherr auf und zahlt die Kosten von voraussichtlich zwei Millionen Euro, den Antrag für den Übergang muss aber die Deutsche Bahn (DB) beim EBA stellen. Zwischen den Beteiligten hakt es, das Verfahren dauert schon Jahre, das EBA hat bereits mehrere Anträge zurückgewiesen.

Dass es auch beim neusten Anlauf wieder schwierig werden dürfte, hatte sich bereits vor einigen Wochen angekündigt: Das EBA bezeichnete den Antrag seinerzeit als nicht genehmigungsfähig und forderte, diesen zurückzuziehen oder nachzubessern. Die Stadt entschied sich für die zweite Variante, stimmte sich mit der Bahn ab. Und scheiterte erneut. Das EBA habe auch diesen Antrag abgelehnt, sagte jetzt eine Sprecherin der Behörde der HAZ.

Gründe für erneute Ablehnung sind die bereits bekannten

Die Gründe sind nach Angaben der Verwaltung die altbekannten. So findet das EBA eine Zuwegung für den Bahnübergang, die für eine kurze Strecke parallel zu den Gleisen verlaufen soll, zu eng. Das Amt stört sich zudem daran, dass der Weg um 90 Grad schwenken soll, um dann über die Schienen zu führen. Die Richtungsänderung könnte zusammen mit der Wegbreite Konflikte schaffen, eine Beeinträchtigung des Eisenbahnverkehrs nicht ausgeschlossen werden – so gibt die Stadt die Absage-Begründung des EBA wieder.

Das wiederholt zudem seine grundsätzlichen Vorbehalte gegen die Passage. So würde diese nur etwa fünf Gehminuten von dem vorhandenen Überweg an der Einumer Straße/Frankenstraße entfernt liegen, dieser habe Geh- und Radwege. Zudem arbeite die DB daran, Bahnübergänge abzubauen. Neue Übergänge, zumal sie wie im Ostend nicht zwingend erforderlich seien, widersprächen diesem Plan.

Trotz allem: Stadtverwaltung hält an Bahnübergang fest

Die Stadtverwaltung will sich von der erneuten Abfuhr nicht abschrecken lassen. Denn der praktische Nutzen des Bahnübergangs stehe außer Frage, betont Sprecher Miethe. Man gehe auch nach wie vor davon aus, dass dieser – „rein rechtlich gesehen“ – auch genehmigungsfähig sei. Doch wie das Rathaus die Erlaubnis des EBA erreichen will – darüber grübeln die Verantwortlichen noch. Die Abstimmung laufe noch, berichtet Sprecher Miethe. Und kündigt an, die Verwaltung werde den Stadtentwicklungsausschuss in dessen Sitzung am 30. August über das weitere Vorgehen informieren.


Kommentar: Beim Ostend-Bahnübergang müssen alle Beteiligten an einen Tisch

So traurig es für die Ostend-Bewohner auch ist: Die erneute Ablehnung des Bahnübergangs zu der Siedlung kommt nicht überraschend. Denn auch, wenn das Eisenbahnbundesamt inhaltliche Gründe anführt: Die Behörde macht klar, dass sie grundsätzlich gegen den Übergang ist, weil es bereits einen in der Frankenstraße gibt. Es ist an der Zeit, alle Beteiligten im Rathaus, bei der Bahn und im Eisenbahnbundesamt an einen Tisch zu holen, um Möglichkeiten für den weiteren Kurs auszuloten – unabhängig vom förmlichen Prozedere. Sonst geht die Spirale Antrag-Ablehnung einfach weiter.

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