Corona-Pandemie

Niedersachsen schafft freiwilliges Testangebot für Kita-Kinder

Hannover/Hildesheim - Niedersachsen schafft ein freiwilliges Testangebot für Kindergartenkinder: Drei- bis Sechsjährige sollen sich bald selbst auf das Coronavirus testen können.

Für rund 208.000 Kinder in Niedersachsen stehen künftig Spuck-, Gurgel- oder Lolli-Tests bereit, um sich auf das Coronavirus zu testen. Foto: Philipp von Ditfurth/dpa

Hannover/Hildesheim - Niedersachsen schafft ein freiwilliges Testangebot für Kindergartenkinder: Drei- bis Sechsjährige sollen sich bald selbst auf das Coronavirus testen können. Das hat die rot-schwarze Landesregierung am Dienstag beschlossen. Das Land stellt dafür 18,7 Millionen Euro aus dem Corona-Sondervermögen bereit.

Für die rund 208.000 Kinder zwischen drei und sechs Jahren, die einen Kindergarten besuchen oder in der Tagespflege betreut werden, stehen dann für zunächst für zwei Monate zweimal wöchentlich wahlweise Spuck-, Gurgel- oder Lolli-Tests zur Verfügung.

Tonne: Betreuung sicherstellen

Diese Maßnahme sei ein weiterer wichtiger Baustein, um den Gesundheits- und Infektionsschutz in der Kinderbetreuung weiter zu erhöhen, sagte Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD). In Kombination mit den Testmöglichkeiten für Beschäftigte und dem Fortschreiten der Impfungen des Kita-Personals seien die freiwilligen Kindertests im Kindergarten entscheidend, um Bildung und Betreuung in der Corona-Pandemie sicherzustellen.



Eine Testpflicht kann das Land laut Tonne allerdings nicht anordnen, weil es selbst keine Kindergärten betreibt. Mit den Trägern der Einrichtungen – etwa Kommunen und Kirchen – würden nun Fragen der Beschaffung und Verteilung der knapp vier Millionen Testkits erörtert.

Gurgel- oder Lolli-Tests

Nach Angaben des Kultusministeriums kommen grundsätzlich zugelassene Tests unterschiedlichster Varianten (Abstriche in der Nase, Spuck- und Gurgel- oder Lolli-Tests) als Corona-Selbsttest bei Kindern in Frage. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte liste derzeit über 40 denkbare Laien-Tests, die auch für Kinder als „ungefährlich und einsetzbar“ bewertet werden.

Das Kabinett hat zudem weitere 50 Millionen Euro für das Testkonzept an Schulen und im Landesdienst bewilligt. Damit sollen zusätzliche Testkits beschafft werden. An den Schulen sind zwei Testungen pro Woche Pflicht, um den Präsenzunterricht zu ermöglichen. Mittlerweile sind laut Landesregierung fast zehn Millionen Tests an die Schulen verteilt worden.

Testungen über Sommerferien hinaus

Insgesamt hat das Land bisher knapp 35 Millionen Testkits beschafft, auch um seinen Bediensteten wöchentliche Selbsttests anbieten zu können. Weitere Tests würden benötigt, um die Schulen und den Landesdienst bis zu den Sommerferien und darüber hinaus zu versorgen, hieß es.

Von Marco Seng

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