Weitere Maßnahmen

Niedersachsen schließt Restaurants und Cafés – noch keine Ausgangssperre

Hildesheim/Hannover - Niedersachsen schärft im Kampf gegen die Corona-Epidemie die Regeln an. Restaurants und Cafés müssen ab sofort schließen. Eine Ausgangssperre ist weiterhin nicht geplant. Wie entwickeln sich die Infektionszahlen?

Solche Szenen soll es in Hildesheim nicht mehr geben. Cafés und Restaurants müssen wegen der Corona-Krise schließen. Foto: Chris Gossmann/Symbolbild

Hildesheim/Hannover - Niedersachsen schließt zur Bekämpfung der Corona-Epidemie ab sofort alle Restaurants und Cafés. Das kündigte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Freitag an. Es gehe darum, größere Menschenansammlungen in Gaststätten zu unterbinden.

Nach Angaben des Gesundheitsamts des Landkreises Hildesheim müssen Restaurants, Speisegaststätten, Systemgastronomie, Imbisse, Mensen und dergleichen schließen. Außerhausverkauf und Lieferungen sind weiter möglich – Bestellungen dürfen aber nur telefonisch oder online aufgegeben werden.

Nicht in der Nähe des Restaurants essen

Außerdem ist es nach Angaben des Gesundheitsamts verboten, die Speisen innerhalb eines Umkreises von 50 Metern um den Betrieb herum zu verspeisen.

Der Gastronomie war zuvor bereits auferlegt worden, nur noch von morgens 6 Uhr bis abends 18 Uhr zu öffnen. Gäste und Restaurantbetreiber hätten sich aber oft nicht an die Auflagen gehalten, unter anderem zum Abstand, sagte Weil. Massive Polizeieinsätze seien deshalb seit Donnerstag nötig gewesen.

Neuinfektionen weiter senken

Weil betonte, eine Ausgangssperre sei in Niedersachsen weiterhin nicht geplant, es gebe bereits weitreichende Ausgangsbeschränkungen.

Trotz weiter steigender Infektionszahlen mit dem Coronavirus sieht Weil unterdessen einen ersten positiven Effekt der Beschränkungen des öffentlichen Lebens. Die Zahl der Infizierten in Niedersachsen steige zwar derzeit täglich weiter um 25 bis 30 Prozent, verdoppele sich aber nicht so wie befürchtet. „Ein Effekt ist deutlich sichtbar.“

Die neue Anordnung gilt erst einmal bis zum 18. April. Eine Verlängerung ist möglich.


Alle Informationen auf einen Blick: Coronavirus im Landkreis Hildesheim.


Die Aufgabe sei es nun, die Zahl der Neuinfektionen weiter zu senken. Der Ministerpräsident bedankte sich bei allen Bürgerinnen und Bürgern, die die verordneten Einschränkungen umgesetzt haben. Die Bevölkerung solle aber auf vollkommen unnötige Hamsterkäufe verzichten.


Für die Gastronomen in Hildesheim ist die Situation eine große Gefahr. Viele von ihnen stellen auf Lieferservice um. Die HAZ hat eine Liste an Lieferdiensten zusammengestellt.

Die Redaktion sammelt weitere Bringdienste, um die Liste fortzusetzen. Gastronomen können sich per Mail melden.

  • Hildesheim
Anmerkung zum Artikel

Sie haben einen Fehler im Artikel gefunden? Oder haben Sie weitere Informationen zu dem Thema für uns? Dann teilen Sie uns diese gerne mit.

Weitere Artikel