Auch in Hildesheim

Niedersachsen will für alle Schüler Wechselunterricht ab Mai

Hannover/Hildesheim - Kultusminister Tonne (SPD) sieht neuen Spielraum durch konsequente Corona-Tests: Inzidenz von 100 bleibt zunächst Maßstab

Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) will möglichst ab Mitte Mai Wechselunterricht an allen Schulformen ermöglichen. Foto: Chris Gossmann

Hannover/Hildesheim - In Niedersachsen sollen trotz der anhaltenden Corona-Pandemie alle Schüler vor den Sommerferien in die Schulen zurückkehren. Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) will möglichst ab Mitte Mai Wechselunterricht an allen Schulformen ermöglichen. Voraussetzung sei, dass die Corona-Testungen an den Schulen sicher und verlässlich liefen. „Unser Versprechen ist, dass wir Schulen keinen einzigen Tag unnötig geschlossen halten, wenn wir andere Grundlagen dafür haben“, sagte Tonne der HAZ.

Hoffnung auf den nächsten Schritt

„Wenn die Auswertung der Testungen ein solides Ergebnis erbringt, dann sind Spielräume für Präsenzunterricht auch bei höheren Inzidenzwerten drin“, sagte Tonne. „Ich hoffe, dass wir im Mai den nächsten Schritt machen können.“ Das werde nicht zu Beginn des Monats sein, das sei klar. Es gebe immer Unwägbarkeiten und Änderungen bräuchten Vorlauf für die Umsetzung. „Aber im Mai zu Änderungen zu kommen, ist die Zielmarke.“


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Derzeit sind in Niedersachsen nur die Grundschulen und Förderschulen mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung sowie Abschlussjahrgänge jeweils mit halben Klassen im Präsenzunterricht – das gilt auch für die Region Hannover. Bis zur einer Sieben-Tage-Inzidenz von 100 Neuinfektionen auf 100 000 Einwohner ist das Wechselmodell für alle Jahrgänge möglich, bei dem jeweils nur ein Teil der Klassen den Unterricht besucht. Über 100 müssen die Schüler zu Hause lernen. Das betrifft aufgrund der hohen Infektionszahlen inzwischen die Mehrzahl der Kreise.



„Ich finde es völlig nachvollziehbar, dass nach diesen schwierigen Monaten alle sagen, wir brauchen eine Perspektive“, sagte Tonne. „Das Ziel muss sein, Präsenzunterricht in Schulen anbieten zu können, mindestens den Wechselunterricht.“

100er-Inzidenz soll Maßstab bleiben

Niedersachsen will zunächst noch an der strengen 100er-Inzidenz festhalten, obwohl die am Mittwoch beschlossene Corona-Notbremse des Bundes Wechselunterricht bis zur Inzidenz von 165 erlauben würde. „Wir werden die Zahl nicht verändern, bevor wir Ergebnisse haben“, sagte Tonne. „Wenn wir feststellen, dass wir mit den Testungen den Schutz für das System Schule hochziehen können, kann man auch über Bewegung bei Inzidenzzahlen reden.“ Klar sei aber, dass es durch das Bundesgesetz keinen Spielraum für Öffnungen der Schulen bei einer Inzidenz von mehr als 165 gebe.



Der Kultusminister betonte, dass die Rückmeldungen der Schulen zu den Testungen bisher gut seien. „Wir sind dabei, die ersten Testwochen auszuwerten: Wo ruckelt es noch, wo muss nachjustiert werden, funktionieren die Meldeketten?“ Es müsse darum gehen, „einen weiteren Schutzstatus für sichere Schulen“ zu etablieren. Zweimal die Woche werde jetzt getestet – und zwar verpflichtend.

Aus reiner Bildungssicht seien die Schüler viel zu lange zu Hause, sagte Tonne. „Das Lernen zu Hause kann den Schulunterricht nicht kompensieren.“

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