100 Betten geplant

Noch ein neues Altenheim: Investor bestätigt Pläne für Hildesheim

Hildesheim - In der Nordstadt entsteht eines, jetzt bestätigt ein anderes Unternehmen Neubaupläne für ein Altenheim im Osten Hildesheims. Ist der Bedarf überhaupt groß genug?

So soll das Hildesheimer Altenheim des Unternehmens Orpea aussehen. Foto: Orpea

Hildesheim - Erst vor knapp zwei Wochen gab die Seelzer Firma Gesellschaft für Wohnkonzepte (GWK) die Pläne für einen Alteneim-Neubau an der Steuerwalder Straße bekannt, vorbereitende Arbeiten laufen bereits. Jetzt hat ein weiterer Investor auf Nachfrage der HAZ bestätigt: Auch er steht in den Startlöchern und will an anderer Stelle Hildesheims, im Osten der Stadt, eine große Altenpflegeeinrichtung bauen.

In diesem Fall steckt ein großer der Branche dahinter: der in Frankfurt ansässige deutsche Ableger des französischen Konzerns Orpea. In Deutschland betreibt Orpea derzeit 185 Einrichtungen mit insgesamt 19 500 Betten, zumeist in der stationären Pflege und im Reha-Bereich. Und der Konzern ist weiter auf Expansionskurs, setzt auf den Pflegebereich als Renditebringer. Auf der Unternehmenswebseite sind neben der Hildesheimer Seniorenresidenz aktuell noch 13 weitere Neubau-Vorhaben aufgelistet.

Unternehmen auf Expansionskurs

Orpea Deutschland ist aus der Übernahme der zwischen 2006 und 2016 stark gewachsenen Silver-Care-Gruppe durch die französische Orpea-Gruppe entstanden. Außerdem schluckte Orpea 2015 die Celenus-Kliniken von der Beteiligungsgesellschaft Auctus Private Equity. Die Celenus-Kliniken sind Deutschlands drittgrößter privater Betreiber von Reha-Kliniken sowie psychiatrischen Einrichtungen in Deutschland.

Die Investoren der GWK aus Seelze sehen den praktisch zeitgleich geplanten Bau des Orpea-Heims in Hildesheim nun gelassen, sind überzeugt, dass der Bedarf an Pflegeplätzen in Hildesheim groß genug ist – und schließlich ist GWK-Geschäftsführer Torsten Schulz schon lange im Bilde, da es sein Unternehmen war, das das fragliche, zwischen der Goslarschen Landstraße und dem Ameos-Klinikum gelegene Grundstück, Ende 2019 selbst an Orpea verkauft hat.

Baubeginn voraussichtlich im Frühjahr

Gut 5300 Quadratmeter groß ist die Fläche, auf der das Unternehmen die Seniorenresidenz bauen will, laut Webseite sind 100 Betten in vollstationärer Pflege geplant. Weitere Details zur Ausstattung und dem Betrieb will Orpea-Sprecher Bernhard Rössler auf Nachfrage der HAZ noch nicht bekannt geben. Wohl aber, dass derzeit die Ausschreibungen für den Bau und die Suche nach einem Generalunternehmer laufen. „Nach der Bauvorbereitungszeit gehen wir von einem Baubeginn in diesem Frühjahr aus“, kündigt Rössler an. Er schränkt aber ein, dass Termine wegen der Corona-Pandemie nur sehr schwer zu prognostizieren seien. „Das gilt auch für die Bauzeit.“

Kreis: Bedarf an mehr Betten ist durchaus da

Dass generell der Bedarf an mehr Altenheimbetten in Stadt und Landkreis Hildesheim gegeben ist, hatte die Kreisverwaltung im Sommer des vergangenen Jahres nach kritischen Nachfragen aus der Politik zur Versorgungslage bestätigt. Rund 4100 Plätze gibt es derzeit in der Region, die Fachleute der Verwaltung haben 500 weitere Plätze im Kreigebiet bis Ende des Jahrzehnts als Ziel ausgegeben. Neben den beiden geplanten Einrichtungen in der Stadt Hildesheim gibt es weitere Ansiedelungen in Alfeld und Sibbesse.

Dass zahlreiche Altenheimplätze in der Region ungenutzt bleiben, erklärte die Verwaltung schon im Sommer 2020 vor allem mit fehlendem Pflegepersonal – deswegen könne die vorgegebene Pflegekraft-Bewohner-Quote mitunter nicht eingehalten werden. Inzwischen spiele auch die Corona-Pandemie verstärkt eine Rolle bei der Belegung. Aktuell sind im Stadtgebiet Hildesheim von verfügbaren 1098 Betten 159 nicht belegt, im Kreisgebiet waren es bei der letzten Erfassung im Oktober 2020 432 unbelegte Plätze bei einem Gesamt-Bettenangebot von 3053.

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