Nordstemmen - Ein Kind, das die Asternschule in Nordstemmen besucht, ist mit dem Coronavirus infiziert. Das hat der Landkreis Hildesheim auf Nachfrage der HAZ bestätigt. Das Kind befindet sich in Quarantäne. „Es ist zu keinem Zeitpunkt infektiös in der Schule gewesen“, berichtet eine Sprecherin. Für Beschäftigte und andere Kinder habe keine Gefahr bestanden, das Gesundheitsamt habe keine weiteren Maßnahmen ergreifen müssen. Dazu hätte etwa gehören können, alle Schulkinder und Mitarbeiter testen zu lassen.
Facebook-Rundbrief geht um
Nach Informationen der HAZ herrschten unter Nordstemmer Eltern in den vergangenen Tagen offenbar „einige Unklarheiten“. Dies geht aus einem Facebook-Rundbrief hervor, der der Redaktion vorliegt. Inzwischen haben die Schule und der Schulelternrat die Väter und Mütter der zwischen sechs und elf Jahre alten Mädchen und Jungen informiert. Die Asternschule weist nun auf ihrer Homepage darauf hin, dass ein Kind am Mittwoch, 24. Juni, positiv getestet wurde.
Zu keiner Zeit Ansteckungsgefahr
Das Kind hatte die Grundschule nach Angaben der Landesschulbehörde zuletzt am Dienstag, 16. Juni, besucht. Diese hebt jetzt „aufgrund der vielen Nachfragen“ auf ihrer eigenen Homepage hervor, dass „zu keiner Zeit“ Ansteckungsgefahr für andere Personen in der Schule bestanden habe.
Darüber hatte die Schule auch die Eltern informiert. Für weitere Fragen wurden sie jedoch mit Hinweis auf den Datenschutz an das Gesundheitsamt verwiesen. Darauf weist die Landesschulbehörde hin.
Schule kann über Auskunft selbst entscheiden
In der Statistik des Landkreises gehört das Kind zu den aktuell sechs infizierten Menschen mit Wohnort Nordstemmen. Ob schon früher ein Hinweis auf eine mögliche Infektion in der Asternschule vorlag, gab der Landkreis auf Nachfrage nicht bekannt.
Schulleiterin Tanja Wedekin verwies die Redaktion an den Landkreis und die Landesschulbehörde. Diese wiederum hebt hervor, dass jede Schulleitung eigenverantwortlich darüber entscheiden kann, ob sie selbst öffentlich Auskunft über einen Infektionsfall geben oder an Pressestellen der Behörden verweisen möchte. Die Landesschulbehörde erklärt, dass sie die Asternschule nicht dazu „angehalten habe“, kein Statement abzugeben. Hintergrund: In dem von der Vorsitzenden der Schulelternschaft unterzeichneten Facebook-Rundschreiben war die Rede davon, dass die Schule „von oberer Stufe“ angehalten worden sei, keine Stellungnahme „rauszugeben“. Die Elternschaft der Schule hat sich auf eine Anfrage der HAZ bislang noch nicht zu diesem Vorwurf zu Wort gemeldet.
Kind aus Schellerten infiziert
Unterdessen wurde am Mittwoch, 1. Juli, ein weiterer Infektionsfall aus der Region bekannt. Dabei handelt es sich um ein fünf- bis neunjähriges Kind aus der Gemeinde Schellerten. Es hat nach Angaben des Landkreises in einer bereits bestehenden Quarantäne Symptome entwickelt und wurde nun positiv getestet. Von ihm geht dem Gesundheitsamt zufolge aber keine Gefahr aus. „Das Kind hat seit Langem keine Außenkontakte, so dass weitere Ansteckungen ausgeschlossen sind“, erklärte eine Behördensprecherin auf Nachfrage.
