Kommt die Nordumgehung nun doch?

Nordumgehung Hildesheim: Wie weit die Pläne gediehen sind

Hildesheim - Es ist ein Dauer- und ein Streitthema: Welchen Nutzen bringt eine Nordumgehung für die Stadt Hildesheim und den Ortsteil Himmelsthür? Der aktuelle Stand.

Wo jetzt noch Zuckerrüben wachsen, könnte irgendwann eine vierspurige Umgehungsstraße verlaufen . Foto: Julia Moras

Hildesheim - Wie Phönix aus der Asche taucht seit Jahrzehnten die Idee einer Nordumgehung für Hildesheim immer wieder auf. Am Dienstag hat wie berichtet die zuständige Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr gemeldet, dass die Planungen mit „einer frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung“ wieder aufgenommen werden sollen. Mehr dazu lässt die für die Öffentlichkeitsarbeit zuständige Behördenmitarbeiterin Heike Haltermann aber nicht verlauten.

Nur: „Die Wiederaufnahme ist eine politische Entscheidung, die den geänderten, beziehungsweise sich weiter veränderten verkehrlichen Strukturen im Bereich Hildesheim Rechnung trägt.“ Auch das eine Aussage, die nicht viel Aussagekraft enthält. Aber offensichtlich hat es wohl einen Anstoß aus dem politischen Raum gegeben. Aber wo der Schuss losging, auch dazu nimmt Haltermann keine Stellung.

Stock ist skeptisch

Heiße Luft also? Himmelsthürs Ortsbürgermeister Christian Stock kennt das Thema nur zu genau. „Alle fünf Jahre ploppt es wieder auf“, sagt er auf Anfrage der HAZ. Und es wird wohl auch auf der Tagesordnung des Ortsrates auftauchen. Doch noch sind die Infos zur Sachlage dünn. Sicher sei nur, die Himmelsthürer sind in dieser Frage gespalten. „Die Verkehrsbelastung im Linnenkamp ist unser Hauptproblem“, sagt Stock. Andererseits sei es ihm ein Rätsel, wie eine Verkehrsführung erfolgen könne, die „im Aufwand-Nutzen-Vergleich“ am Ende auch überzeugen könne.

Einer der Gründe für die Idee eines neuen Lückenschlusses nördlich über Himmelsthür ist es schon lange, vor allem den Schwerlastverkehr aus der B 1 durch Hildesheim herauszuhalten. Das betrifft vor allem den Lastwagen-Verkehr, der auch durch die EU-Erweiterung in Richtung Osteuropa in der Vergangenheit stark zugenommen hat.

Nur eine Skizze

Aber auch der Ortsteil Himmelsthür soll entlastet werden. Dort biegt viel Verkehr von der B 1 westlich vor Hildesheim über den Linnenkamp in Richtung B 6 und B 494 ab. Gerade im Nordosten Hildesheims ist zur Verkehrsentlastung auch immer wieder die Planung eines dritten Autobahnanschlusses im Gespräch, der so eine Querstrecke vor allem für den Schwerlastverkehr deutlich attraktiver machen dürfte.

Doch konkrete Pläne für einen Zeitplan, eine Streckenführung oder gar eine Änderung der bisher schon vorgestellten Konzepte gebe es nicht, betont Haltermann: „Mehr als die Skizze im Bundesverkehrswegeplan steht im Moment nicht zur Verfügung, um belastbar die neue Streckenführung darzustellen.“

Naturschutz im Fokus

Immerhin: Eine Skizze auf dem berühmten grünen Tisch gibt es. Und damit unweigerlich eine Linie, die auch durch die naturgeschützten FFH-Gebiete nördlich von Himmelsthür führen könnte oder sogar müsste. Eine Idee, die in der Vergangenheit vor allem Naturschützer auf den Plan gerufen hat. So hatten bereits 1997 verschiedene Initiativen eine Klage gegen die Nordumgehungsplanungen der Stadt Hildesheim beim Verwaltungsgericht eingereicht. Der BUND, NABU und der Ornithologische Verein zu Hildesheim haben sich dem ebenfalls angeschlossen. Am Ende mit Erfolg. Die Pläne wurden zunächst gestoppt. Außerdem hat die Nordumgehung im Bundesverkehrswegeplan für Bauten bis 2030 keine Priorität erhalten. „Daran hat sich nichts geändert“, bestätigt auch Haltermann.

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